Die Preisträger der Leipziger Buchmesse

Wagner - RegentonnenvariationenDie Leipziger Buchmesse ist das literarische Großereignis im europäischen Frühjahr. Im Verlauf der Geschichte war sie zwischenzeitlich sogar die größte Veranstaltung dieser Art. Noch heute ist sie neben der Frankfurter Buchmesse das Aushängeschild des literarischen Kalenders. Klar, dass da Autoren und Literaturexperten in die Stadt pilgern und sich gemeinsam diversen Diskussionsrunden und aktuellen Trends widmen. Seit 2005 fest zum Programm gehört der Preis der Leipziger Buchmesse. Dieser ist mit insgesamt 45.000 Euro dotiert und wird in der Königsdisziplin Belletristik sowie in den Bereichen Sachbuch/Essayistik und Übersetzung vergeben. In jedem Jahr werden vorab die jeweils fünf Nominierten der einzelnen Kategorien vorgestellt, die Sieger dann schließlich auf der Messe präsentiert.

Der Preis der Leipziger Buchmesse geht an Jan Wagner

Terezia Mora, Clemens Meyer, Wolfgang Herrndorf – Die Liste der bisherigen Sieger ist schon mit einigen Schwergewichten des Genres bestückt. 2015 nun fügt sich der Name Jan Wagner in die Reihe der jährlich prämierten Belletristik-Autoren ein. Mit seinem Gedichtband „Regentonnenvariationen“ hat der gebürtige Hamburger und heutige Wahlberliner laut Juryurteil große Geistesgegenwart verkörpert. Ohne Zwang widmet sich Wagner den vielen Lustspielen der Natur und versprüht mit seiner Poesie und großem Ideenreichtum einen außerordentlichen Charme. Unter anderem brachte ihm das in diesem Jahr bereits den Mörike-Preis ein.

Leipziger Buchmesse: Preise für Philipp Ther und Mirjam Pressler

Nicht weniger hoch ist die Leistung der anderen beiden Preisträger einzuschätzen. Selbst wenn die beiden Kategorien Sachbuch/Essayistik und Übersetzung bei der Vergabe und den nachfolgenden Berichten immer ein wenig ins Hintertreffen geraten. Auch Philipp Ther ist ein verdienter Sieger, seine Arbeit verdient Beachtung. In „Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa“ spricht er über unseren Kontinent und vereint historische Betrachtung mit aktueller Problematik. Die Jury empfiehlt das Buch des Österreichers ausdrücklich jedem, der die momentanen Konflikte verstehen möchte. Damit wir die Worte von Amos Oz verstehen ohne ins hebräische Original zu blicken, hat Mirjam PresslerJudas“ ins Deutsche übertragen und zurecht den Preis der Leipziger Buchmesse für die beste Übersetzung erhalten. Dabei sei, so die Jury, eine kunstvolle Zurückhaltung der Autorin zu spüren, die jene Erzählung über die Staatsgründung Israels so wunderbar einfängt.


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  1. Neela

    interessanter Artikel :)

    13.03.2015
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