Konrad Duden und die Einheit der deutschen Sprache

Man mag es kaum glauben, dass Deutschland, ein Land mit so ereignisreicher Historie, lange Zeit gar nicht über dasjenige Mittel verfügte, was Menschen zusammenfügt. Sprache ist heute in erster Linie zum Zweck der Kommunikation da, doch Sprache ist auch ein Sinnbild von Nationalität, ein bindendes Glied zwischen den Bürgern eines Staates. Ein Band, das die Menschen verbindet. In Deutschland herrschte lange, auch aufgrund seiner langen Phase als Gebilde von zahlreichen Territorialstaaten, keine Einheit, weder in Bezug auf politische Organisation noch aufgrund der Sprache. Deutschland war ein Gebilde von Mundarten, Dialekten und Regionalsprachen – bis zu jenem Tag, an dem Konrad Duden Deutschland revolutionierte.

Schon vor Duden waren Bestrebungen nach einer einheitlichen deutschen Sprache vorhanden, doch erst mit seinem Vorschlag entstand ein bindendes Orthografie-Regelwerk. Heute ist der Duden für uns das wichtigste Nachschlagewerk in Bezug auf Sprache. Klar, dass wir am 1. August 2011, dem 100. Todestag von Konrad Duden, auf einen Mann zurückblicken, der Deutschland mit zur Einheit verhalf. Passend dazu hat Christian Stang mit „Konrad Duden und sein Wörterbuch – Wegbereiter der Einheitsschreibung“ ein Werk herausgebracht, das sowohl Dudens Leben als auch sein Werk intensiv beleuchtet. Schon vor vier Jahren wurde „Konrad Duden“ von Anke Goldberg veröffentlicht. Auch sie begibt sich auf die Spuren Dudens, die Situation vor und die Folgen nach seiner Sprachrevolution. So bekommen wir einen Eindruck von demjenigen Mann, nach dem heute die „Duden-Reihe in 12 Bänden“ benannt ist, die von „Die deutsche Rechtschreibung“ bis hin zum „Stilwörterbuch“ reicht.


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