Kind 44

Wir befinden uns in der „Ende-Stalin“-Ära, also rund 1954. Ort des Geschehens ist die ehemalige UDSSR, ein Hort des Sozialismus. Es werden immer wieder Kinderleichen gefunden, die bestialisch zugerichtet wurden. Der Magen wurde ausgeweidet und in ihrem Mund befindet sich Erde, während um den Fuß eine Schnur gebunden wurde. Ganz offensichtlich hat man es mit einem Serientäter zu tun, doch im Sozialismus, wo alle Menschen, ob ihrer gleichen Behandlung, zufrieden sind, darf es Kriminalität nicht geben. Also wird beschlossen, die Leichen als Unfallopfer zu klassifizieren, oder im Eilverfahren einen Schuldigen zu suchen und zu verklagen.

Kind 44 ist das Erstlingswerk von Tom R. Smith und ein herausragender Thriller nicht nur wegen seiner Spannung, sondern auch und vor allem wegen der gelungen Darstellung der damaligen Zeit. Es wird ein sehr detailliertes Bild der Sowjetunion gezeichnet, in der Denunziation und Bespitzelung zum Tagesgeschäft gehören. Leo, ein Geheimdienstler, wird Opfer dieser Denunziation und gerät über Umwege auf den Fall des Serientäters. Doch sein beharrliches Nachforschen missfällt den Oberen und so wird nicht nur er, sondern auch seine Familie, immer wieder „zurechtgestutzt“. Zudem begibt er sich auch noch in Gefahr, denn der Serientäter möchte natürlich seine Entdeckung verhindern.

Spannende Geschichte, in der Historie und Fiktion wunderbar Hand in Hand gehen.


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