Der wundersame Katzenfisch – Unser Filmtipp

Der wundersame KatzenfischMexikanische Filme genießen global keinesfalls jenen Ruhm, den die Tiefe der behandelten Geschichten verdient hätte. Als kleiner Nachbar der Vereinigten Staaten hat man es nicht leicht, schließlich schluckt Hollywood oftmals Filme mit kleinerem Produktionsaufwand, obwohl sie es verdient hätten, der Welt gezeigt zu werden. Insofern ist es erfreulich, dass es jetzt mit „Der wundersame Katzenfisch“ der jungen mexikanischen Regisseurin Claudia Sainte-Luce eine mexikanische Dreharbeit in die deutschen Kinos geschafft hat.

Der wundersame Katzenfisch – Eine neue Lebensaufgabe

Es gehört zum festen Programm, dass der Filmtitel nicht allzu viel vom Inhalt preisgibt. Dementsprechend unbefangen kann man ins Kino gehen und sich in der Folge von der Geschichte berühren lassen. So viel sei verraten, im Fokus steht eine Familie, die sich mit einem Schicksal auseinandersetzen muss, das nicht mehr abzuwenden ist. Zunächst aber geht es um Claudia (Ximena Ayala), deren Leben vom Würstchen-Werbe-Job im Supermarkt bestimmt wird. In ihrer Freizeit geschieht wenig Ereignisreiches. Da ist das rituelle Heraussuchen lilafarbener Frootloops aus der Cornflakes-Schüssel schon das Highlight des Tages. Dank der Kameraführung von Agnes Godard bekommt man die Langeweile vermehrt in umfassender Ausprägung vor Augen geführt. Das ändert sich erst, als Claudia eine Familie kennenlernt, in die sie von der ersten Minute an magisch angezogen wird.

Der wundersame Katzenfisch ist ein Symbol des Zusammenhalts

Der Zufall bringt Veränderung in Claudias Leben. Während sie im Krankenhaus weilt, um sich einer Blinddarm-OP zu unterziehen, lernt sie Martha (Lisa Owen) kennen. Die Mutter von vier Kindern ist an Aids erkrankt und logischerweise fällt es ihr immer schwerer, sich fürsorglich um die Kids zu kümmern. Diese stammen von drei verschiedenen Vätern und könnten unterschiedlicher nicht sein. Der Älteste, Ale, ist unglücklich verliebt. Seine Schwester Mariana steckt mitten in der Pubertät, isst zu wenig und klaut. Wendy hingegen isst zu viel und steht kurz vor dem Selbstmord. Der Kleinste im Bunde heißt Armando, ist 15 Jahre jünger als Ale und macht täglich ins Bett. Sie alle haben kaum eine Bindung zueinander, weil die Mutter als einendes Glied immer schwächer wird. Claudia wird zum Teil der Familie, unterstützt Martha, wo sie nur kann und geht richtig in ihrer Rolle als Ersatzmama auf. Sie begleitet die vier Kids bei ihren täglichen Problemen und entlockt ihnen Gefühle, die nur richtig zur Geltung kommen, weil sie jemand erhört. Interessanterweise führt ihre Anwesenheit auch die zerrüttete Familie immer enger zusammen, so dass der letzte gemeinsame Ausflug zu sechst in einer kleinen gelben Ente sinnbildlich für den finalen Zusammenhalt in „Der wundersame Katzenfisch“ ist.


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