Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind von Jonas Jonasson – Unser Buchtipp

Jonas  Jonasson - Mörder AndersWiedererkennungswert ist ein hohes Gut, das heute jeder erfolgreiche Schriftsteller benötigt, um eben jenen Erfolg über einen längeren Zeitraum sein Eigen nennen zu können. Bei Jonas Jonasson braucht man überhaupt nicht lange zu überlegen, wo sich die geheime Zutat zur nachhaltigen Bestsellergarantie versteckt. Natürlich schreibt er interessante Geschichten, natürlich sieht das Cover immer nach etwas aus. Der wahre Schlüssel aber liegt in seinen Werktiteln, die schon vor dem Kauf einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nach „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ und „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ präsentiert er aktuell seinen dritten Roman. „Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind“ erscheint in knapp zwei Wochen. Im buecher.de-Blog haben wir mal geschaut, ob sich die Lesereise lohnt.

Jonas Jonasson liefert mit Mörder Anders ein Feuerwerk an schrägen Ideen

Johan Andersson war schon ein paar Mal im Gefängnis, hat die unterschiedlichsten Gräueltaten begangen. Man nennt ihn nur noch „Mörder Anders“ und genau um diesen geht es im neuen Roman von Jonas Jonasson. Der Kleinkriminelle – ein Mörder ist er nicht – wurde gerade mal wieder aus dem Gefängnis entlassen und ist nun auf der Suche nach Arbeit. Pfarrerin Johanna kommt da gerade recht. Ihre Geschäftsidee ist etwas sonderbar, aber genau das Richtige für einen Ex-Knacki. „Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind“ beginnt mit einer Körperverletzungsagentur, bei der Anders die Hauptrolle des Auftragsschlägers einnimmt. Der Leser wird sich wundern, wie begehrt diese Dienstleistung ist. Scheinbar hat jeder Grund und Bedarf, die Agentur, zu der auch Hotelmitarbeiter Per gehört, für einen Auftrag zu buchen.

Göttliche Erscheinung, Selbstläuterung und Co.

Wer schon einmal ein Buch von Jonas Jonasson gelesen hat, dürfte sich über eigenartige Wendungen nur wenig wundern. Da ist es zwar überraschend, aber nicht ungewöhnlich, dass plötzlich Jesus zu Anders spricht und ihn so auf einen neuen, einen besseren Weg leitet. Der Kleinkriminelle spürte etwas Neues in sich und möchte dies auch gleich herauslassen. Warum nicht ein eigenes Gotteshaus schaffen, um die Liebe zur Religion auszuleben? Ach was, warum nicht gleich eine eigene Religion aus dem Boden vegetieren lassen? Jonasson übertrifft sich mal wieder und hält den Lesern einen Spiegel der Gesellschaft vor. Mit gewohnter Ironie und sprachlichem Glanz sowie einem ordentlich zusammengeschusterten Protagonisten gelingt es ihm auch, mit „Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind“ wundervolle Lektüre zu schaffen.


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