Joachim Gauck: Winter im Sommer – Frühling im Herbst

Sommer im Winter - Frühling im HerbstJoachim Gauck ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten seit der Wiedervereinigung Deutschlands 1989. Nach dem Mauerfall war der heute 71-jährige erster Bundesbeauftragter für die Stasiunterlagen und hat damit einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für die Aufarbeitung des Unrechts in der DDR geleistet. Geprägt durch das einschneidende Erlebnis der Abholung seines Vaters durch die Stasi im Sommer 1951, entwickelte Joachim Gauck eine natürliche Distanz zum System der DDR. Dies prägte seinen weiteren Lebensweg, in seiner Autobiographie schildert er diesen.

Schon in der Schule fiel er als Querdenker und als undiszipliniert auf. Eigentlich, so sagt er, wollte er Germanistik und Geschichte studieren, doch da er nicht als systemkonform galt, schien dies unmöglich, und so entschloss er sich für das Studium der Theologie in Rostock. Zur Kirche fand Joachim Gauck in Mecklenburg, auch seine Tätigkeit im Dienste der Kirche war von Anfang an von großer Distanz zu dem politischen System der DDR geprägt. Joachim Gauck hat sich als Bürgerrechtler in der DDR, wie auch als politischer Aufklärer und Freiheitsdenker im wiedervereinigten Deutschland, verdient gemacht.

In seiner Autobiographie Winter im Sommer – Frühling im Herbst beschreibt er in eindrücklicher Weise das Gefühl der Ohnmacht in einem „Einparteienstaat“ und den Gang in ein Leben in Freiheit und Selbstständigkeit nach dem Fall der Mauer. Dieses Buch ist jedem zu empfehlen, der sich für die jüngere Geschichte Deutschlands als auch für den Lebensweg eines großen Demokraten interessiert.


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