Ist Fußball doch berechenbar?

Vorne weg: Ich denke nicht, dass Fußball in irgendeiner Art und Weise mathematisch, physikalisch, biochemisch oder sonst irgendwie zu berechnen ist. Vielleicht mag es daran liegen, dass meine Faszination für den Sport so groß ist und ich einfach nicht wahrhaben möchte, er sei von einem Fach erklärbar, welches der Großteil der Menschen in der Schule gerne abgewählt hätte. Aber mal  ganz ehrlich, glauben Sie, Fußball sei mit irgendwelchen Formeln ausrechenbar? Es gibt doch keine Rechnung für Athletik oder die technischen Fähigkeiten eines Spielers. Gut, es mag möglich sein, dass man behauptet Messi + Ball = Tor, aber für jedes Spiel erscheint mir das auch nicht anwendbar.

Einer, der das ein wenig anders sieht und der ernsthaft davon überzeugt ist, Fußball sei berechenbar, ist Metin Tolan. „So werden wir Weltmeister“ lautet der Titel seines Buches, das wir unter Beachtung des bloßen Titels durchaus hinnehmen können, denn eines scheint klar: Deutschland wird selbstverständlich Weltmeister. Tolan verrät, dass es durchaus Erklärungen für schlecht ausgeführte Bananenflanken und unzählige Fehler im Spielaufbau gibt und dass sich diese anhand von Berechnungen darstellen lassen. Mit Tolans Erfolgsrezepten werden wir nicht nur Weltmeister, in Zukunft gehören unnötige Läufe ins Abseits und schlechte Ballannahmen der Vergangenheit an. Das könne man nämlich alles ausrechnen und aus den Formeln ablesen, Fehler wären dann nur noch Begleiterscheinungen des schlechten Lernens. Ich weiß nicht so recht, ob wir ihn ernst nehmen dürfen, denn eines, da bin ich mir sicher, kann man nicht berechnen: Emotionen. Und die sind, so viel werden wir in Südafrika noch sehen, das Wichtigste im Fußball.


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter