Drei indonesische Autoren, die man gelesen haben sollte

Pamuntjak - Alle Farben Rot

Im Herbst findet mal wieder die alljährliche Frankfurter Buchmesse statt. Auf Deutschlands größter Veranstaltung dieser Art treffen vom 14. Bis 18. Oktober Literaten und Branchenvertreter aufeinander, um neue Werke vorzustellen und sich auszutauschen. Fest zum Programmplan gehört auch immer die Fokussierung auf ein Gastland, dessen literarische Facetten gezeigt werden sollen. In diesem Jahr wird diese Ehre Indonesien zugute kommen. Wir haben vorab einmal drei indonesische Autoren herausgesucht, deren Werke Sie sich einmal anschauen sollten.

Lubis - Twilight in JakartaMochtar Lubis – Dämmerung in Jakarta

Erstmalig für Aufsehen in Europa sorgte indonesische Literatur im Jahr 1963. Mochtar Lubis Roman „Twilight in Jakarta“ ist das erste Werk, das ins Englische übersetzt wurde und so ein Meilenstein für die Literatur Indonesiens. Lubis zeigt in seiner autobiographischen Schrift einen Leidensweg, den viele Autoren seines Landes so durchliefen und der deshalb symbolisch für viele Schicksale steht. Als Journalist widmete er sich dunklen Themen. Für seine Recherchen landete er vermehrt im Gefängnis, doch die Überzeugung für das Richtige zu kämpfen konnte ihm nicht genommen werden.

Pamuntjak - Alle Farben RotLaksmi Pamuntjak – Alle Farben Rot

Die Autorin Laksmi Pamuntjak lehnt die Todesstrafe ausdrücklich ab. Ihr Roman „Alle Farben Rot“ thematisiert die Zeit nach der konsequenten Jagd auf Kommunisten, während General Suharto binnen weniger Monate im Jahr 1965 etwa eine Million Menschen töten ließ. In ihrem Buch berichtet sie von der Geschichte einer Frau, die sich nach dem Sturz Suhartos auf die Suche ihrer großen Liebe Bhisma. Laksmi Pamuntjak thematisiert das junge Indonesien zwischen Kolonialzeit und Unabhängigkeit, Diktatur und Demokratie.

Toer - Kind aller VölkerPramoyeda Ananta Toer – Kind aller Völker

Einen Literaturnobelpreisträger aus Indonesien gab es bisher noch nicht. Einer, der diese Auszeichnung wirklich verdient gehabt hätte, wäre Pramoyeda Ananta Toer gewesen. Mehrfach nominiert und bei Buchmachern mit guten Chancen versehen, überging man ihm immer wieder. Zu globalem Ruhm hat er es dennoch gebracht, seine Werke wurden in fast vierzig Sprachen übersetzt. Auch sein Weg ist einer voller Leiden. Wegen antikolonialen Denkens wurde er von niederländischen Besatzern eingesperrt. Unter Suharto 1965 ebenfalls inhaftiert und später ins Exil verbannt. Auf der Gefangeneninsel Buru schrieb er eine legendäre Tetralogie. Zu ihr gehört auch „Kind aller Völker“. Im Roman wird in einem Journalisten der Ehrgeiz geweckt, sich aufzulehnen und die scheinbar guten Absichten er Landesherren mit Skepsis zu betrachten.

Kommentar schreiben



ähnliche Beiträge
Unser Buchtipp: Tage des Sturms
Unser Buchtipp: Scharnow