Im Reich der Pubertiere von Jan Weiler – Unser Buchtipp

Weiler - Im Reich der PubertiereEin junges Mädchen hockt auf der Couch und schaut in ihr Smartphone. Das nächste Selfie ist gerade eifrig in der Produktion. Aktives Handeln scheint für ihren Couchgenossen eher ein Fremdwort. Der junge Kerl, der da neben ihr liegt, pfeift sich ein Stückchen Pizza herein, mehr Anstrengung ist nicht. Das Cover zu Jan Weilers neuem Werk „Im Reich der Pubertiere“ fängt schon recht gut ein, worum es in den 176 Seiten der Fortsetzung des Bestsellers „Das Pubertier“ geht – den alltäglichen Wahnsinn in einer Familie, wie er so manchem Leser bestens bekannt sein dürfte. Weiler zeigt mal wieder, was vollkommen normal ist und dennoch so unterhaltsam zu Papier gebracht werden kann und eigentlich sogar muss.

„Im Reich der Pubertiere“ – Eine andere Welt

Vor kurzem habe ich Sie im Blog in Anlehnung an Stephen Kings neues Meisterstück auf den Basar der bösen Träume eingeladen. Heute geht es in einen anderen Bereich, in einen kindergerechten, einen komischen. Es geht mitten in Reich der Pubertiere bzw. mitten in die Welt der Pubertierenden. Dem Leser von Weiler schon bekannten Familienpapa wird wirklich übel zugespielt. Mittlerweile muss er sich nämlich nicht nur mit einem Vertreter der Gattung Pubertier herumschlagen, sondern gleich mit zweien. Ein männliches Exemplar bereichert das Ensemble und sorgt zudem für ganz neue Herausforderungen bei der Bewältigung des täglichen Grauens. Schlecht belüftete Räume, Müllberge und Tage, an denen die Ruhephasen sich letztlich auf nahezu 24 Stunden ausdehnen, sind da ganz normal.

Im Reich der Pubertiere – Zwei sonderbare Wesen

Das trifft selbst auf den Bereich Konversation zu, bei dem auch schon langsame Bewegungen und jede Menge stille Momente die Überzahl gewinnen. Doch das Forschungsobjekt Pubertier gibt „Im Reich der Pubertiere“ einiges preis. Man kann nämlich jetzt die einzelnen Geschlechter vergleichen. Während das weibliche Individuum maßlos konsumiert, eigenartige Partner selektiert, ständig meckert und zudem Monologe präferiert, ist das männliche Pendant mehr oder weniger damit beschäftigt, zu essen, zu zocken und vor sich hin zu müffeln. Ja, da hat man es als Teil einer anderen Spezies nicht einfach. Doch Weiler, und das macht sein Büchlein so interessant, zeigt letztlich auch, dass es zwar alles wirklich schlimm ist, wir aber ohne unsere Pubertiere auch gar nicht existieren könnten.


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter