Die globale Überwachung von Glenn Greenwald – Unser Buchtipp

Greenwald - Die globale ÜberwachungEs steht außer Frage, dass die Veröffentlichungen von Edward Snowden die Weltbevölkerung in ein neues Zeitalter transferiert hat. Das Internet galt lange Zeit als Medium der Demokratisierung und Befreiung der Menschen. Nun, nachdem einer etwas offenlegte, was uns alle mehr oder weniger schockierte, ist deutlich, wie gefährlich der Umgang mit ihm ist. Keinesfalls scheint der primäre Aspekt des technologischen Fortschritts darin zu liegen, dass Menschen frei über ihre Ideen und Ansichten kommunizieren können. Vielmehr geht es um die Kontrolle eben dieser, was die NSA-Affäre mehr als deutlich machte. Daran lässt auch Glenn Greenwald, der die von Snowden gesammelten Dokumente der Weltöffentlichkeit zur Verfügung stellte, keinen Zweifel. Sein neues Werk „Die globale Überwachung“ zeigt ein noch viel größeres Ausmaß.

Die globale Überwachung schockierte Greenwald selbst

Nach eigenen Angaben, die Greenwald jüngst in einem Zeitungsinterview zu seinem neuen Buch „Die globale Überwachung“ offenbarte, war er selbst überrascht, wie engmaschig das Kontrollgeflecht der NSA funktioniert. Anfängliche Distanz zu Informant Snowden verzögerte die Offenlegung des Skandals. Als er dann mit großem Entsetzen die ersten Seiten las, die der Whistleblower ihm zuschickte, fiel er fast aus dem Flugzeugsitz. Dass das bei weitem noch nicht alles war, trieb ihn selbst zu einem Umdenken. Greenwald, der heute in Rio de Janeiro zwar nicht derart eingeschränkt lebt wie Snowden und dennoch so manche Reiseziele meiden muss, verweist im 368 Seiten starken Enthüllungswerk auf die Tiefe, mit der unsere alltägliche Kommunikation in unvorstellbar vielen Metadaten aufgezeichnet wird.

Die globale Überwachung – Das komplette Ausmaß

Mittlerweile wissen wir, dass sämtliche Datenserver von Microsoft bis Google gegen Bezahlung komplett ausgelesen werden. Keiner kann mehr etwas auf Facebook posten oder einem Tweet bei Twitter folgen, ohne dass es ein anderer lesen kann, dem man diese Info nicht frei zur Verfügung stellen möchte. Nichts ist mehr geheim und keine Verschlüsselungstechnik schützt mehr vor fremder Begutachtung. Greenwald weiß das und debattiert in regelmäßigen Gesprächen mit Snowden darüber. Deshalb kommt er in „Die globale Überwachung“, wo er bisher unveröffentlichte Erkenntnisse und Dokumente preisgibt, auch zu einem folgenschweren Schlussresümee. Im Namen der Sicherheit werden Grundrechte außer Kraft gesetzt, eine Privatsphäre gibt es im 21. Jahrhundert für keinen mehr.


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