Gametipp: Need for Speed – The Run

The RunElectronic Arts war und ist immer bemüht, auf einem sehr aktuellen Stand der Entwicklung abzuliefern, wenn nicht sogar innovativ zu sein. Im Fall von „Need for Speed – The Run“ ist das teilweise gelungen und an anderer Stelle gnadenlos gegen die Wand gefahren.

Vorab ist es lobend zu erwähnen, dass sich der Hersteller eine Story überlegte, in der Jack Rourke, mal rasant im Auto und dann auch mal zu Fuß, 3000 Meilen quer durch die USA hetzt. Hier ist schon die erste Stolperfalle: Wie bitte? Zu Fuß? Ganz richtig! Was im ersten Moment völlig deplatziert wirkt, ist wenigstens technisch grandios umgesetzt. Die Sequenzen (Quicktime-Events) bestechen durch eine lupenreine Grafik und versetzen den Spieler in die actiongeladene Welt eines Hollywood-Blockbusters. Diese Breaks sind glücklicherweise sehr kurzweilig und hemmen den Drive nur minimal. Die Geschichte ist schnell erzählt: Schuldhaft verarmt versucht Rourke sein klammes Budget mit Straßenrennen aufzubessern. Anschließende Verfolgungsjagden von der Polizei enden mittelfristig in der dramatischen Beliebigkeit einer Telenovela, aber um eine fein gezeichnete Story geht es sehr gewiss den  wenigsten Game-Fans. Von größerem Interesse dürften beispielsweise die Wettereffekte sein, die dank Battlefield 3-Grafik in ihrer Ausarbeitung neue Maßstäbe setzen und sehr positiv zum Spielerlebnis beitragen. Was sonst noch so gelungen ist, entnimmt man im besten Fall der Rückseite der Game-Hülle. Die Liste ist ellenlang und nicht gelogen. Die Vorzüge überwiegen – Dies sei versprochen. Jetzt und hier wollen wir die kritischen Momente beleuchten, denn diese gibt es leider auch: Die angepriesenen Wettereffekte versanken leider in einem fantasielosen Ödland und das Fahrgefühl ähnelt streckenweise dem eines Seifendosenrennens mit zu viel Gepäck. Auch die Auswahl an Ansichten wirkt zuweilen gedrungen und ausbaufähig. Dass Electronic Arts keinen großen Wert auf die Ausarbeitung ziviler Fahrzeuge legte, soll hier ebenfalls mahnend erwähnt werden. Zusammengefasst ist es aber tatsächlich so, dass „Need for Speed – The Run“ abwechslungsreiche Rennstrecken bietet, die dank enger Kurven und einer restriktiven Auto-Reset-Funktion, die Qualitäten des Fahrers optimal fordern. Mit etwas Training kann man also Vollgas geben und sich diesem anspruchsvollen Racing-Game für Stunden am Stück hingeben – Der Grafik sei Dank!

 


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