Gametipp: Battleship von Double Helix Games

Game BattleshipIm Sinne des Sprichworts „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“ nehmen sich die Game-Entwickler von Double Helix Games und Regisseur Peter Berg an die Hand und bescheren uns in diesem April das angestaubte Brettspiel „Schiffe versenken“ im neuen multimedialen Gewandt. In der 2.0-Version sucht der geneigte Konsument vergeblich nach Plastikbooten, Pins und Gitternetzen, doch findet eine Menge Munition und Feinde.

 Viel Geld um nichts

Der Film „Battleship“ hat mit einem Budget von 200 Millionen Dollar keine Kosten gescheut. Leider muss der Zuschauer feststellen, dass dieser Batzen die wahrscheinlich teuerste Zeitverschwendung der Welt war. Die Leinwandversion ist ein effektreiches Strohfeuer, das so schnell verbrennt, wie es entzündet wurde. Man weiß nicht, was sich die Produzenten von Blockbustern wie „Transformers“ und „Hancock“ hierbei dachten. Die Beschreibung des dazugehörigen, gleichnamigen Games verläuft leider nicht so einfach und muss differenzierter betrachtet werden.

Nichts für erfahrene und kritische Gamer

Dem Film nachempfunden prügeln sich Elitesoldaten und Aliens in der maritimen Kulisse Hawaiis. Das Videospiel versucht den Spagat zwischen strategischen Vorgehensweise und spannender Ego-Shooter-Action, was in einer schmerzhaften Entwickler-Bänderdehnung endet. Cole Mathis kämpft sich mit unserer Hilfe entweder zu Fuß durch die karibische Fauna oder ist selbst Insasse eines U-Boots, Kreuzers oder Zerstörers. Mit der Übersichtskarte im Blick navigieren wir unsere Schiffe, während wir selbst in Ego-Perspektive in den Kampf ziehen. Die begrenzte und etwas einfallslose Auswahl von Menschen- und Alienwaffen reicht gerade an ein Schweizer Taschenmesser, das aber durch die Vernichtung feindlicher Boote erweitert werden kann. Das kann erfahrene, verwöhnte Zocker selbstverständlich nur bedingt überzeugen. Auch scheint der Schwierigkeitsgrad etwas niedrig angesetzt, was die Geschicklichkeit betrifft. Interessierte, deren Finger kein automatisiertes Steuerungsprogramm abrufen können, werden allerdings gefordert. Die Grafik hätte sich durchaus ein wenig mehr an der filmischen Umsetzung orientieren können. Das klingt insgesamt alles sehr kritisch, aber im Vergleich zu aktuellen Erscheinungen der Game-Welt besteht bei Battleship schon etwas Nachholbedarf.

Überraschungsmomente als Argument

Doch es gibt auch Überraschungsmomente, die den User des Actionspiels aus dem Prinzessinnenschlaf rütteln. Jedes noch so sicher scheinende Versteck mutiert in Windeseile zur todesbringenden Gefahrenzone, aus dem man schnellstmöglich abrücken sollte. Zusammengefasst hätte die Idee mehr Potenzial gehabt, aber angesichts dessen, dass das Game begleitend zum Film erscheint, werden Fans ihre Freude damit haben.

 


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