Gala mit nur einem Makel

Der Kapitän unseres nächsten Gegners, Spaniens Nummer 1 Iker Casillas, brachte es kurz nach seinem Viertelfinalerfolg über Paraguay äußerst treffend auf den Punkt, als er sagte, Deutschland sei die wohl beste Mannschaft dieses Turniers. Auch wenn unsere Helden bisher nicht offen über den Titel sprechen wollen, ist nach insgesamt 60 Spielen eines klar: Deutschland ist einer, wenn nicht sogar der Favorit auf den Titel. Einem 4:1 gegen die vor dem Turnier als Favoriten ausgemachten Engländer folgte eine weitere Sahnevorstellung beim 4:0 gegen Argentinien. Diese hatten vorher noch nicht einen Punkt abgegeben, wodurch der Erfolg noch höher bewertet werden muss. Müller eröffnete mit dem ersten Standardtor einer deutschen Nationalmannschaft nach guten zwei Jahren den Torreigen, Elfmeter seien hier mal außen vor. Klose mit seinen Länderspieltreffern 51 und 52 krönte sein 100. Länderspiel, der Torschützendebütant Friedrich sein 77.

Noch nie hatte ein deutscher Spieler in der Historie mehr Länderspiele ohne auch nur einen Treffer zu erzielen. Selten hatten wir auch so einen dynamischen Jungspund wie Müller ihn 2010 verkörpert, wenngleich dieser mit seiner 2. Gelben Karte im Laufe des Turniers gegen Spanien zuschauen muss. Nichtsdestotrotz ist es beeindruckend zu sehen, wie diese junge deutsche Mannschaft sich von Spiel zu Spiel steigern kann und mit welcher Effektivität sie in der Lage ist, selbst die besten Defensivreihen der Fußballwelt auszuhebeln. Ein erneut überragender Bastian Schweinsteiger wurde zum Spieler des Matches gewählt, gelingt Deutschland die Revanche für das verlorene Endspiel von 2008, wird er wohl zum Spieler dieser Weltmeisterschaft. Im direkten Duell mit einem anderen Großen des Weltfußballs, dem Spanier Xavi, kann er am Mittwochabend in Durban beweisen, wie weit er mittlerweile ist. Festzuhalten ist noch, dass sich die deutsche Elf als einzige bei den letzten drei Turnieren ins Halbfinale spielen konnte, für Spanien ist es das erste bei einer WM überhaupt.


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