Fühlen wie ein Weltmeister

Fußballspiele haben oftmals wirklich ganz besondere Eigenschaften, die uns für ein Leben lang prägen können und ewig in den Tiefen unseres Gedächtnisses eingebrannt bleiben. Ich weiß heute noch, wie ich vor knapp zwölf Jahren die halbe Nacht wach blieb, um auf den Anstoß eines Champions-League-Spiels zu warten. In Madrid war ein Tor nicht mehr im korrekten Zustand, dieses wieder herzurichten dauerte eine Ewigkeit. Das Tor von Helmut Rahn im WM-Finale 1954 bzw. der nachfolgende Torjubel des Kommentators wird wohl auch im nächsten Jahrhundert noch in der Erinnerung eines Fußballfans erklingen. Die WM 2006 hinterließ ebenfalls große Spuren, war Deutschland wohl noch nie so fußballverrückt und noch nie zuvor eine solche Einheit.

Genau um diese Einheit geht es in „Fritz Walter, Kaiser Franz und wir“ von Frank Goosen, der in Zusammenarbeit mit anderen Autoren Fußballgeschichten aufgeschrieben hat, die aus ganz eigenen Erfahrungen und dem Umgang mit dem runden Leder erzählen. Alle Weltmeisterschaften werden in den einzelnen Kapiteln thematisiert, vor allem aber die Erlebnisse rund um das Turnier, welche vielfach noch viel mehr wert sind, als die blanken Ergebnisse. Mal ganz ehrlich, Südafrika ist so gut wie ausgeschieden, aber wenn man nicht auf die Statistik blickt, ist es nicht das, was in zehn Jahren noch jeder als Gesprächsstoff nutzt, wenn er von der WM 2010 erzählen wird, sondern wohl eher der ohrenbetäubende Lärm der Vuvuzelas, die das Turnier vom ersten Tag an prägten.


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