Frau Müller muss weg – Unser Filmtipp

Frau Müller muss wegDie Schule ist oftmals ein Brennpunkt. Speziell, wenn es um das heikle Thema Noten geht, treffen Meinungen aufeinander, die entgegengesetzter nicht sein könnten. Die Spannbreite bei der Bewertung von Leistungen reicht bekanntermaßen von Eins bis Sechs, von „Sehr gut“ bis „Ungenügend“. Wer viele Fehler macht, kann sicher keine Eins mehr bekommen, dahinter herrscht aber vielfach ein wenig Spielraum. In diesem die richtige Wahl zu treffen, ist eine subjektive Geschichte und eine, bei der Lehrer und Schüler bzw. im Grundschulalter des Öfteren ihre Eltern schon mal aneinandergeraten. Besonders, wenn die einzelnen Noten darüber entscheiden, ob das Kind folglich den Gang aufs Gymnasium auf sich nehmen darf oder nicht. In der Klasse von Frau Müller könnte das vielen verwehrt bleiben, weshalb für die Eltern Eines klar ist: „Frau Müller muss weg“.

Die Eltern sind der Meinung, dass Frau Müller weg muss

Sönke Wortmann („Das Wunder von Bern“) betitelt seinen neuen Film, der ab diesem Donnerstag in den Kinos zu sehen wird, recht drastisch. Letztlich folgt er dabei aber nur Lutz Hübner, der die literarische Grundlage zum Film geschaffen hat und auch am Drehbuch mittüftelte. Schon der Titel macht Lust, doch auch die eineinhalb Stunden halten ihr Unterhaltungsversprechen. Mit viel Feingefühl zeigt Wortmann ein Gebilde an Eltern, die bereit sind, für den Erfolg ihrer Kids alles zu tun. Selbst, wenn diese es sich mit ihren schulischen Leistungen nicht gerade verdient haben. Dennoch lautet der Tonus „Frau Müller muss weg“. Wenn es sein muss, mit allen Mitteln.

„Frau Müller muss weg“ zeigt, wie Eltern sein können

Jessica Höfel (Anke Engelke), Marina und Patrick Jeskow (Mina Tander und Ken Duken), Wolf Heider (Justus von Dohnanyi) sowie Katja Grabowski (Alwara Höfels) sind fest entschlossen, dass Frau Müller (Gabriela Maria Schmeide) der einzige Grund dafür ist, dass ihre Zöglinge keine Empfehlung für das Gymnasium erhalten sollen. Wie Eltern so sind, geben sie alles für ihre Kleinen. Schließlich müssen die schlechten Noten ja nicht an ihnen liegen, das kann bei solchen Sonnenscheinen ja auch gar nicht sein. Außerdem geht es natürlich darum, zu beweisen, was für fabelhafte Eltern man abgibt. Ohnehin scheint Frau Müller ein echter Drachen zu sein. An einigen Stellen wird sie ohne Frage genau nach diesem Schema dargestellt. Zentral bleibt aber auch die Erkenntnis, dass es unsere Gewohnheit ist, traditionell anderen die Schuld zu geben. Insofern ist „Frau Müller muss weg“ neben seiner recht lustigen Geschichte zudem eine interessante psychoanalytische Arbeit von Herrn Wortmann.


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