Franz Kafka – Seine größten Werke

Franz KafkaLiteratur ist etwas, dass häufig nur Eindruck macht, wenn es sich von anderen Vertretern seiner Zunft abhebt. Heutzutage werden sicherlich vielmehr Werke veröffentlicht als in früheren Phasen. Nichtsdestotrotz aber war es auch für einen Autor früherer Jahrhunderte nur möglich, seine Spuren in unserer Geschichte zu hinterlassen, indem er etwas Besonderes zu Papier gebracht hat. An vieles erinnern wir uns heute gar nicht mehr, es ist weitgehend aus unserem kulturellen Gedächtnis entfernt. Einige Schriftsteller aber kennen wir noch heute, eben weil sie anders geschrieben haben als ihre Zeitgenossen, vielleicht auch anders waren. Franz Kafka werden wir aus besagtem Grund wohl nie vergessen und das ist auch gut so. Seine Werke zeugen von einem unnachahmlichen Wiedererkennungswert, was uns auch an seinem 130. Jahrestag noch an ihn denken lässt.

Schon zu Lebzeiten sonderbar

Es ist durchaus nicht eigenartig, wenn sich Schüler noch heute an Kafkas Werke wie „Das Urteil“ die Zähne ausbeißen. Vermutlich ist es gerade jene Komplexität, die sein gesamtes literarisches Vermächtnis, aber auch das Leben des gebürtigen Tschechen, prägt. 1883 in Prag als Sohn jüdischer Kaufleute geboren, fiel dem jungen Kafka bereits die Schulzeit alles andere als leicht. In sich gekehrt widmete er sich früh dem Schreiben, soziale Kontakte blieben sein Leben lang eine Rarität. Parallel zur vom Vater befürworteten Juralaufbahn sammelte er erste literarische Erfahrungen und lernte mit Max Brod einen der zentralen Lebensbegleiter kennen. Eine Teilnahme am Ersten Weltkrieg wird ihm aus beruflichen Aspekten verweigert. Trotz zweier vielversprechender Romanzen wird Kafka nie den Bund der Ehe eingehen – die Umstände werden bis heute diskutiert. Kafka ist erst Mitte Dreißig, als bei ihm Tuberkulose diagnostiziert wird. Zwar wird er sich noch weitere sieben Jahre im Kreis seiner Freunde, zu denen später u.a. auch Robert Klopstock und Dora Diamant zählen, dem Schreiben widmen können. Die erreichte Zahl von gerade einmal 40 Lebensjahren aber überschreitet er nicht.

Das Schloß, Die Verwandlung und der Proceß

Genau das ist auch der Grund, warum sich heute neben Schülern der Oberstufe auch Lektoren und andere Literaturbewanderte mit Kafkas Werk so schwer tun. Viele seiner Schriften wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht, lagen in Form von Manuskripten vor. Größtenteils waren die Romane nicht abgeschlossen wie die noch heute gelesenen Fassungen von „Der Proceß“ oder „Das Schloß“ beweisen. Einige hatten nicht mal einen Titel. So kennt man beispielsweise „Die Wahrheit über Sancho Pansa“ nur in der Form, weil Freund Brod dem Fragment diesen Titel gab. „Der Verschollene“ ist heute nur unter seiner Bezeichnung zu bekommen, weil Kafka in einem der zahlreichen Briefe, die ebenfalls zum Gesamtkorpus zu zählen sind, darauf verwies. Neben Besagten sollte auch „Die Verwandlung“ ihre Erwähnung finden, zeigt sie doch eines der wiederkehrenden Momente im Werk Kafkas – Das Anderssein.


2 Kommentare zu “Franz Kafka – Seine größten Werke” Eigenen verfassen
  1. StefanamMeer

    Hallo,

    danke für den interessanten Artikel. Ich fand es sehr interessant wie Du Deinen Beitrag über Franz Kafka aufgebaut hast. Ich versuche mich auch seit Kurzem im Schreiben kleiner kurzer Biografien. Auch über Kafka habe ich schon einen Artikel geschrieben.

    Liebe Grüße, Stefan

    17.04.2015
  2. hans

    supi toll

    20.10.2014
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