Winter der Welt von Ken Follett – Unser Buchtipp

Follett - Winter der WeltEs mag die magische Anziehungskraft sein, die von Werken historischer Note ausgeht, oder aber auch der Zauber einer sonderbaren Nähe, die durch Protagonisten entsteht, mit denen man mitfühlt. Klar ist, dass historische Romane zahlreiche Leser für sich gewinnen, vielleicht auch, weil man mithilfe der einzelnen Seiten dem gewohnten Umfeld entkommen kann. „Die Jahrhundert-Saga“ von Ken Follett profitiert noch von einem anderen Element, sie erzählt von Menschenschicksalen, die ein dunkles Jahrhundert ansehnlicher machen. Menschen, die Parade stehen für die Ereignisse, die gerade auf uns Deutschen wie ein dunkler Schatten lagern. Mit dem zweiten Band „Winter der Welt“ hat sich der Waliser den Gegebenheiten rund um den Zweiten Weltkrieg gewidmet. Einen Monat vor der Veröffentlichung des finalen Teils „Kinder der Freiheit“ erscheint dieser nun endlich im handlichen Taschenbuchformat.

Der Winter der Welt behandelt den Nationalsozialismus und weitere dunkle Kapitel

Jahre sind vergangen seit dem „Sturz der Titanen“. Deutschland befindet sich in seinem nächsten Geschichtsabschnitt. Es ist das Jahr 1933, in welchem man aufgrund der Unzufriedenheit an den politischen Verhältnissen blindlings in den Nationalsozialismus schlittert und den Ideen eines neuen Führers verfällt. Die Jahre 1933 bis 1949, die den Rahmen für „Winter der Welt“ darstellen, sind auch die Jahre der Krisenbewältigung nach der Weltwirtschaftskrise, jene des Spanischen Bürgerkrieges und der globalen Faszination für die Macht einer nuklearen Waffe. Innerhalb Europas, aber auch in den USA werden bedeutende Entscheidungen getroffen. Vertreter der Folgegeneration der einzelnen Charaktere aus „Sturz der Titanen“, die deutsche Adelige Carla und der britische Antifaschismuskämpfer Lloyd, sind ein Teil dessen.

Winter der Welt – 1040 Seiten über eine düstere Zeit

Ken Follett verschönert keines der politischen Großereignisse dieser Jahre, er spart  nichts aus oder bezieht Stellung. So subjektiv Geschichtsschreibung stets ist, sie erhält objektive Wirkung und Anerkennung. Insofern lassen sich die Geschehnisse, die passiert sind, auch nicht leugnen. Was der Autor aber macht, ist, dass er in diese düstere Zeit Personen einbindet, die Menschlichkeit beweisen und ihren ganz individuellen Weg gehen. Carla von Ulrich geht in den Widerstand, Lloyd bekämpf den Faschismus ebenfalls. Die US-Amerikanerin Daisy ist von den Ereignissen und all ihren Folgen ebenfalls nicht ausgeschlossen. Ihre Rolle wird ihr selbst erst im Verlauf klar. 1040 Seiten bleiben ihr, um Stellung zu beziehen.


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