Filmtipp: Turbo – Kleine Schnecke, großer Traum

TurboBei den heutigen Animationsfilmen geht es im Grunde gar nicht mehr allein darum, Kinder zu unterhalten. Nein, aufgrund der hohen Produktionskosten, die im Regelfall in der gleichen schwindelerregenden Höhe wie die der großen Blockbuster anzusiedeln ist, muss man auch Jugendliche und Erwachsene in die Kinos locken. Ob das Turbo – Kleine Schnecke, großer Traum gelingen wird, muss Regisseur David Soren erst noch sehen. Seine Idee und der thematische Aufbau des Filmabenteuers aus dem Hause Dreamworks bringt zumindest eine Menge mit, das den Zuschauer an den Sitz fesseln kann. Es ist der große Traum des Hauptprotagonisten, der in einer Welt lebt, die wahnsinnig nah an der Realität andockt.

Schnecke mit Tempo

Gewöhnlich ist das ein Paradoxon, in der Welt des Films jedoch kann das durchaus Sinn machen. Anfangs scheint vieles dagegen zu sprechen. Turbo (Malte Arkona) verrichtet jeden Tag seinen Erntehelferjob im Tomatenfeld, hegt aber einen ganz anderen Traum. Jeden Abend schaut er sich Aufnahmen des großen Rennfahrers Guy Gagne an, der bereits fünfmal das legendäre Indy 500 Rennen gewinnen konnte. Einmal gegen ihn anzutreten, das wäre es. Mit seinem Wunsch geht er den anderen Schnecken, allen voran seinem Bruder Chet, gehörig auf die Nerven. Durch einen Zufall gerät Turbo eines Tages in den Lachgastank eines Rennwagens und erhält so ein Schnelligkeitsvermögen, das weit über alle Schneckenträume hinausgeht. Mit mehr als zweihundert Meilen kommt der getunte Schneckenflitzer seinem großen Ziel Stück für Stück näher.

Wer nach ganz oben will, braucht Freunde an seiner Seite

Natürlich ist Turbo nicht allein. Neben Chet gehören auch der smoothe Lowrider Checker, die rasant freche Flamme, der irrwitzig selbstverliebte Schnelle Schatten, der charismatische Anführer Bleifuss und sein crashgewaltiger Kompagnon Drifter zur Rennequipe. Sie alle stehen sinnbildlich für verschiedene Charaktere unserer Gesellschaft. Das gilt auch für Tito (Giovanni Zarrella) und Bruder Angelo (Manuel Cortez). Die beiden Taco-Laden-Besitzer sind das menschliche Spiegelbild von Turbo und Chet, der eine ehrgeizig und träumerisch, der andere realistisch und stets mit Vorsicht. Komplettiert wird Turbos Boxencrew von Beauty Expertin Kim Lee, Chef-Karosseriedesigner Bobby und KFZ-Mechatronikerin Paz. Bedenkt man, dass im englischsprachigen Original unter anderem Ryan Reynolds, Samuel L. Jackson und Snoop Dogg die Synchronisation übernahmen, muss der Film in Rekordzeit über die Ziellinie preschen.

 


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