Filmtipp: Snow White and the Huntsman

Etwas Zeit ist verstrichen, seitdem die cineastische Desaster „Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen“ auf den deutschen Leinwänden floppte wie ein Sektkorken, der plötzlich aus der Flasche springt und nichts übrig ließ von dem, was er versprach. Die gewollt dämliche Version des wunderschönen Grimm-Märchens wurde selbst durch die Beteiligung Julia Roberts nicht besser. Aber malen wir nicht alles „schwarz wie Ebenholz“, denn so schlecht die alte Produktion auch war, nach „Spieglein Spieglein“ wird kein Hahn mehr krähen, wenn „Snow White and the Huntsman“ erstmal genossen wurde.

Es war einmal…

Die wunderschöne, doch teuflische Königin (Charlize Theron) ist nicht nur kaltherzig, sondern auch über alle Maße eitel. In stetiger Rückfrage mit ihrem Zauberspiegel, den sie bekanntlich fragt, wer denn die Schönste im ganze Land sei, versucht sie jede Konkurrenz frühzeitig auszuschalten. Ihrem Willen in Ewigkeit zu regieren, steht nur ein Akt der Unmenschlichkeit im Weg: Sie muss das Herz der noch schöneren Snow White (Kristen Stewart) essen. Sie schickt den Jäger Eric (Chris Hemsworth) in den bedrohlichen Wald voller gefährlicher Wesen, um den Plan zu vollenden. Dieser jedoch erliegt den Bitten und dem außerordentlichem Charisma des Mädchens und unterrichtet sie dann in der Kunst der Schwertkampfes. Zusammen mit den sieben Zwergen, die natürlich auch in dieser Verfilmung nicht fehlen dürfen, ziehen sie gemeinsam in einen epochalen Kampf gegen die Königin zur Befreiung des unterdrückten Reiches.

Ein Schneewittchen in Ritterrüstung

In schaurig-schöner Inszenierung präsentiert Nachwuchsregisseur Rupert Sanders mit seiner ersten Kinoproduktion ein düsteres Effektefeuerwerk sondergleichen. Für die erste Arbeit wirkt der Film wahrlich ambitioniert und schafft es tatsächlich, restlos zu überzeugen. Die Produzenten, die bereits für Tim Burtons „Alice im Wunderland“ die Umsetzung planten, sind an der erfolgreichen Umsetzung wahrscheinlich nicht ganz unschuldig. Der unnahbare, etwas kühle Charme der Kirsten Stewart und der robuste, doch herzlich wirkende Chris Hemsworth fügen sich perfekt ein in die Bildergewalt der aufwendigen Kulissen. Für Stewart war Snow White eine ganze besondere Erfahrung, wie sie in einem Interview mitteilte: „Es ist so selten, dass eine weibliche Hauptrolle so initiativ ist. Sie treibt ihre eigene Geschichte vorwärts, statt von äußeren Faktoren beeinflusst zu werden.“ Da verwundert es auch nicht, dass Schneewitchen statt des gewohnten blau –gelben Disney-Kleidchens plötzlich in silber glänzender Ritterrüstung in den Kampf zieht – ein Outfit, das ihr gut zu Gesicht steht.

Die Weltpremiere vor zwei Wochen in London sorgte für frenetische Beifallsstürme und stellte die Kompassnadel des Erfolgs senkrecht nach oben. Freuen wir uns gemeinsam auf ein rundum gelungenes Kinovergnügen!

 

 


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