Filmtipp: Side Effects

Side EffectsPsychothriller können auf der Leinwand genau genommen nur funktionieren, wenn sie eine realistische Geschichte erzählen. Eine, die nicht so abgedreht ist, dass der Zuschauer sich nicht in das Szenario hineinversetzen kann, weil es einfach zu absurd erscheint. Ein derartiger Film benötigt gewisse Momente, die das Gesamte tragen und großartige Schauspieler, die den Rollen, für die sie gecastet wurden, gerecht werden können. Bei „Side Effects“ von Steven Soderbergh fließen diese notwendigen Bestandteile zusammen. Es sind unter anderem Jude Law, Channing Tatum und Catherine Zeta-Jones, die der vermutlich letzten Arbeit des Erfolgsregisseurs ein ordentliches Gesamtfazit ermöglichen.

Die Kehrseite der Medaille

An sich führen Banker Martin Taylor (Channing Tatum) und Ehegattin Emily (Rooney Mara) ein glückliches Leben. Sie besitzen vieles von dem, was sich andere erträumen und wirken auch als Paar sehr harmonisch. Das ändert sich, als Martin wegen Insiderhandels eine Haftstrafe von vier Jahren aufgebrummt bekommt. Emily muss Yacht und Villa gegen eine kleine Wohnung in Manhattan eintauschen und fortan für den Lebensunterhalt sorgen. Eine Aufgabe, an der sie zugrunde geht und der Beginn für starke Depressionen. Auch als Martin wieder ein freier Mann ist, fällt es ihr schwer, die andere Seite des Lebens für sich zu akzeptieren. Nachdem sie mit ihrem Auto ungebremst in eine Mauert rast, kommt Psychologe Dr. Banks (Jude Law) ins Spiel. Dieser verabreicht ihr nach Absprache mit ihrer früheren Ärztin Dr. Siebert (Catherine Zeta-Jones) ein neues Medikament, das manch unbekannte Nebenwirkung mit sich bringt.

Brillante Schauspieler für einen perfekten Abschluss

Sollte es wirklich die letzte Arbeit von Soderbergh („Ocean´s Eleven“) sein, dann hat der Meister für sein Finale ein perfektes Ensemble ausgewählt. Rooney Mara, die sich für die Rolle der Emily unter anderem gegen Blake Lively und auch Soderberghs Favoritin Lindsay Lohan durchsetzte, zeigt unglaublich facettenreiche Gefühlsregungen. Tatum („Magic Mike“) beweist, dass er auch Rollen, in denen seine Muskelkraft nebensächlich ist, gewachsen ist. Jude Law („Anna Karenina“) verleiht dem akribischen Psychologen Jonathan Banks die perfekte Note und auch Zeta-Jones verdeutlicht mehrfach große schauspielerische Klasse. Dass sie letztlich Teil eines Films sind, bei dem es nur scheinbar um die Auswirkung eines Medikamentes geht, ist ebenso eine Beachtung wert. Soderbergh integriert in „Side Effects“ aktuelle gesellschaftliche Probleme, die sich in steigendem Leistungsdruck, klischeebehaftetem Denken und der selbstverständlichen Einnahme von Pharmazeutika im alltäglichen Leben widerspiegeln.

 


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