Filmtipp: Seelen

SeelenDie Autorin Stephenie Meyer verbindet man grundsätzlich mit den äußerst erfolgreichen Romanen der Twilight-Reihe. Natürlich ist das so, haben die einzelnen Teile der Liebesgeschichte zwischen Bella und Edward doch allesamt Bestsellerstatus erreicht und auch an der Kinokasse reichlich Zuspruch gefunden. Die US-Amerikanerin allein auf die insgesamt vier Bände zu beschränken, wird ihrem bisherigen Gesamtwerk aber nicht gerecht. Noch ehe das Finale „Bis(s) zum Ende der Nacht“ zu lesen war, brachte sie mit „Seelen“ ein Werk heraus, das ebenfalls hoch einzuschätzen ist. Zwar geht es auch hier um liebende Teenager, diese aber sind Teil einer veränderten Welt, in der die Menschen zur Hülle degradiert werden. „Seelen“ hat es nun auch auf die Leinwand geschafft. Mal sehen, ob es ähnlich erfolgreich einschlagen kann.

Mehr als nur ein Schattendasein

Auch, wenn der Roman bisher nicht ganz an die Verkaufszahlen der Twilight-Bände herankam, bezeugen 750.000 verkaufte Bände allein im Jahr 2008 doch schon ein gewisses Interesse. Ein gutes Jahr nach der Veröffentlichung sicherten sich die Produzenten Nick Wechsler, Steve und Paula Mae Schwartz die Filmrechte, wenig später konnte man Andrew Niccol („Lord of War“ und „Gattaca“) als Regisseur gewinnen. Dieser konnte sich bereits in anderen Filmen dieser Größenordnung beweisen und zeigt auch in „Seelen“, dass seine Verpflichtung genau der richtige Schritt war, um das Werk zu einem tiefgründigen Science-Fiction-Thriller zu machen. Neben einer Dreiecksliebesgeschichte, wie man sie bereits bei Bella, Edward und Jacob zu sehen bekam, geht es im Kern nämlich auch um ein mögliches Zukunftsszenario der Erde. Auf dieser haben Aliens, die als Seelen bezeichnet werden, die Führung übernommen und den Planeten auf Kosten von Gefühlen, Emotionen und individuellen Eigenschaften befriedet.

Die letzten Gegner erweisen sich als hartnäckig

Nach und nach pflanzen sie sich in menschliche Körper ein und löschen das sich eigentlich in ihm befindende Individuum aus. Bildliche Horrorszenarien a lá „Aliens“ bleiben dem Kinozuschauer aber erspart, schließlich richtet sich das Leinwandabenteuer vor allem auch an die jugendliche Zielgruppe. Vielmehr scheint der Verlust des Individuellen die Hauptthematik. Dementgegen stellen sich einzelne Menschen, die weder sich noch ihren Planeten so einfach hergeben wollen. Im Fokus steht die junge Melanie (Saoirse Ronan), die sich gemeinsam mit ihrem Freund Jared (Max Irons), Kumpel Ian (Jake Abel) sowie dem kleinen Bruder Jamie (Chandler Canterburry) und Onkel Jeb (William Hurt) den ungebetenen Gästen in den Weg stellen möchte. Als sie bei ihrer Flucht der Sucherin (Diane Kruger) in die Hände fällt, scheint das Übel seinen Lauf zu nehmen. Anders als die anderen Menschen aber erweist sich Melanie als sehr widerstandsfähig, was es der Seele Wanderer nicht einfach macht, sich erfolgreich einzunisten und die menschlichen Züge zu vernichten. Stattdessen scheint gerade das Menschliche seinen Einfluss auszuüben. Melanie bringt Wanderer dazu, ihren Weg einzuschlagen. Die Seele wiederum verliebt sich in Ian, wodurch eine Dreiecksbeziehung der besonderen Art entsteht. In Kombination mit der Thematik selbst und einer überaus talentierten Hauptdarstellerin präsentiert sich die Geschichte durchaus als gelungenes Kinoereignis für die komplette Familie.


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