Filmtipp: Sacha Baron Cohen ist „Der Diktator“

Sacha Baron CohenAuweia! Da ist er wieder – der Schrecken der zivilisierten Höflichkeit und guten Sitten! Sacha Baron Cohens Film „Der Diktator“ startet am 17. Mai 2012 in altbekannter Dreistigkeit auf den Kinoleinwänden Deutschlands. Auch dieses Machwerk lässt die Grenzen von Abscheulichkeit und gelungener Persiflage verschwimmen. Cohen polarisiert wie kaum ein Anderer: Bereits seine früheren Alter-Egos „Ali G.“, „Borat“ und „Brüno“ ernteten gleichzeitig Beifall und faule Tomaten. Auf der jüngsten Oscar-Verleihung präsentierte er sich erstmals kostümiert auf dem roten Teppich und zerstreute symbolisch die Asche des chinesischen Diktators Kim Jong Il. Das sicherte ihm die volle Aufmerksamkeit der Medien und einen handfesten Skandal.

Zur Story

Die Herrschaft des Diktators Admiral General Aladeen läuft Gefahr, von demokratischen Bestrebungen überrannt zu werden. Mehr noch interessiert sich die UN für sein verdächtiges Atomprogramm, dessen Berechtigung er während eines 14-stündigen Vortrags in New York zu beweisen versucht. Noch vor seinem Auftritt wird er von Gegnern seines Regimes gekidnappt und durch einen instruierten Doppelgänger ersetzt. Seines stolzen Bartes beraubt trifft der forsche Despot auf die Besitzerin eines veganen Öko-Geschäfts (Anna Faris), die ihm einen Job anbietet. Von hier plant der entmachtete Anführer seine weitere Vorgehensweise, um seine Rede wie geplant halten zu können.

Betreten des Kinos auf eigene Gefahr!

Anders als in „Borat“ oder „Brüno“ verzichtet Regisseur Larry Charles auf den Eindruck eines Dokumentarfilms ohne Drehbuch. Die Produktion präsentiert sich durchdacht und trotz allgemeiner Derbheit noch immer schlau genug. Alle zeitgenössischen Klischees werden über jedes bekannte Maß hinaus überspitzt dargestellt: der Öko-Boom ebenso wie die Angst vor despotischem Terror. Überrascht ist man von der Mitarbeit des Oscar-Preisträgers Ben Kingsley, des Spaßmacher John C. Reilly und der Transformers-Sexbombe Megan Fox, die sich selbst darstellt. Dass die Werke des Herrn Cohen provozieren, weiß jeder sehr genau – nur das Ausmaß bleibt unsicher. Die Hoffnung, dass sich dieses nicht weiterhin steigert, wird nach wenigen Minuten ausgeräumt. Menschen mit rabenschwarzem Humor werden den Film lieben. Menschen mit einem Übermaß an Etikette werden ihn hassen. Beim Kauf einer Kinokarte sollte jeder wissen: Wo Sacha Baron Cohen draufsteht, ist auch Sacha Baron Cohen drin – Das ist Risiko und Nebenwirkung gleichermaßen, aber auch ein Garant für Bauchschmerz verursachende Lachkrämpfe!


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