Filmtipp: Prisoners

PrisonersEinen richtig guten Thriller auf die Kinoleinwand zu zaubern, ist keine leichte Sache. Der Kinogänger des 21. Jahrhunderts hat bereits so manches Szenario gesehen, kennt die Tücken und dramatischen Wendungen, die uns Hollywood in diesen Spektakeln aufzuzeigen in der Lage ist. In diesem Oktober hat es ein Kanadier geschafft, selbst den Hartgesotteten mal wieder ordentlich vom Sitz zu reißen. Denis Villeneuve heißt der Mann. Mit seinem Familiendrama „Die Frau, die singt“ war er bereits für einen Oscar nominiert. Nun legt er mit „Prisoners“ sein US-Debüt hin und überzeugt dabei auf ganzer Linie. Ein fesselnder Thriller, der brillant aufgebaut ist und zudem mit herausragenden Schauspielgrößen glänzt.

153 Minuten Spannung pur

Ein zweieinhalbstündiger Thriller kann sich ziehen und zwischenzeitlich an Unterhaltungswert verlieren. Er muss es aber nicht. „Prisoners“ ist der beste Beweis dafür. Das liegt vor allem auch daran, dass wir als Zuschauer bis zum Ende selbst mit der Frage konfrontiert werden, was wir in der Lage der Protagonisten tun würden. Zu ihnen gehören Hugh Jackman („Les Misérables“) als Keller Dover und Maria Bello als seine Frau. Gemeinsam mit dem Ehepaar Birch (Terrence Howard und Viola Davis) feiern sie Thanksgiving. Was anfangs als fröhlicher Anlass wahrgenommen wird, ändert sich blitzartig, als ihre Töchter Anna und Joy nicht mehr vom Spielen zurückkehren. Der einzige Hinweis auf ihr Verschwinden ist ein altes Wohnmobil, an dessen Steuer die Polizei den geistig verwirrten Alex Jones (Paul Dano) festnimmt. Detective Loki (Jake Gyllenhaal) ist sicher, den Richtigen zu haben, muss ihn aber mangels Beweise freilassen. Keller ist ebenso von seiner Schuld überzeugt und versucht auf seine Art den Täter zum Reden zu bringen.

Ein brillianter Thriller, der Fragen aufwirft

Er entführt Jones und malträtiert ihn nach allen Regeln der Kunst. Dank der besonderen Fähigkeiten von Kameramann Roger Deakins („James Bond – Skyfall“) bekommen wir das zwar nie genau zu sehen, erahnen aber aufgrund der sichtbaren Hilfsmittel, welche Folterungsmethoden Keller anwendet. Nach und nach wird auch der unorthodoxe Ermittler, den Gyllenhaal („Prince of Persia“) mimt, von diesem Fall besessen. Er entdeckt, dass dieses Kleinstadtnest eine ganze Menge Leichen vergraben hat. Neben  der von Jackman ist es vor allem seine Darbietung, die dem Film einzelne schauspielerische Glanzlichter verleiht. Da diese in ein herausragend konzipiertes Netz aus verschiedenen Fragen zu unseren moralisch-ethischen Ansichten eingebunden werden, ist „Prisoners“ einer der unbedingt zu sehenden Filme dieses Jahres.

 


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