Filmtipp: Martha Marcy May Marlene

Wer einen wirklich guten Kinofilm produzieren möchte, muss seine Arbeit entweder auf einer bereits basierenden, beeindruckenden Geschichte aufbauen oder aber die Phantasie zu einer komplett neuen, aber keinesfalls weniger beeindruckenden Szenerie zusammenbasteln. Bei Psychothrillern kann eine vielschichtige Geschichte großen Eindruck auf den Kinobesucher machen, sie kann aber auch mächtig in die Hose gehen und im wahrsten Sinn des Wortes zum absoluten Flop avancieren. Newcomer Sean Durkin, der das Drehbuch selbst schrieb und später Regie führte, versucht mit „Martha Marcy May Marlene“ den ersten Fuß im Filmbusiness zu fassen und überzeugt dabei mit einem spannenden Konstrukt, in welchem die Psyche des Betrachters gleich mit berührt wird.

Für die Hauptrolle der Martha konnte Durkin Elizabeth Olsen, die jüngere Schwester der bekannten Olsen-Twins, gewinnen und bewies schon dabei ein großes Gespür. Ganz wie die Schwestern brilliert sie in der Rolle einer jungen Frau, die nach dem Ausstieg aus einer Sekte ihren Weg zurück ins Leben sucht. Im Ferienhaus ihrer älteren Schwester versucht Martha das Geschehene zu verarbeiten und langsam wieder einen Halt zu finden, der anders ist als jener, den ihr der tyrannische Sektenführer Patrick geben konnte. Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Die Furcht vor der Entdeckung durch ehemalige Mitglieder und die psychische Belastung, die durch die Verarbeitung des Vergangenen entsteht, scheint ihr den Sinn für jegliche Realität zu rauben.


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