Filmtipp: Madonnas „W.E.“

Mit Absicht bezieht der heutige Filmtipp die Regisseurin im Titel mit ein. Ähnlich wie auch bei Tim Burton haben wir es mit einem übermächtigen Namen aus der Kulturszene zu tun. Madonna allerdings ist keine gemachte Filmemacherin – ein Ruf, der ihr vorauseilt und jegliche Vorschusslorbeeren vertrocknen lässt.

Die Geschichte zweier Paare

Auf zwei Handlungsebenen werden parallel zwei Beziehungen erzählt. Sechzig Jahre liegen dazwischen und doch empfinden die Frauen der jeweiligen Partnerschaften in vielen Momenten ähnlich. 1998 spielt die Geschichte der Ally Winthrop (Abbie Cornish), die obwohl sie sich in einer miserablen Ehe mit ihrem gewalttätigen Psychiater befindet, nichts sehnlicher als ein Kind wünscht. Die Art Obsession, die sie auch an ihren Mann bindet, lässt sie ebenso eine tiefe Sympathie für das vermeintlich romantischte Traumpaar des jungen zwanzigsten Jahrhundert empfinden. Circa sechzig Jahre zuvor legte nämlich König Edward VIII (James D´Arcy) zum Wohle seiner Liebe zur bereits geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson (Andrea Riseborough) sein Amt nieder. In diesen konservativen Zeiten war eine monarchische Beziehung zu einer bereits geschiedenen Frau ein Eklat. Bei einer Versteigerung von Teilen des Nachlasses Edwards VIII in dem berühmten Auktionshaus Southeby´s findet Ally Beweise für die Schattenseite der vermuteten perfekten Liebe des Königs. Gefangen in ihrem eigenen Melodram reflektiert sie sich mithilfe ihrer historischen Entdeckungen.

Verkannt, weil berühmt?

Man ist sehr geneigt, Madonna zu raten, den nächsten Film unter einem Pseudonym zu realisieren. Nicht alles an dem Film „W.E.“ ist so schlecht, wie es die Kritiker uns glauben lassen wollen. Das überkorrekte Auge dieser Männer und Frauen trauen der kontroversen Popikone schlichtweg einfach nicht mehr zu als die Goldene Himbeere für den schlechtesten Film des Jahres, deren Wahl aber noch aussteht. Zweifelsohne ist Madonna sehr bemüht eine große Geschichte zu erzählen, deren  Dramatik sich durch zwei teilt. Unbefangene Zuschauer werden weitaus weniger Probleme haben, dem Schicksal der zwei Paare leidend zu erliegen als die zeternden Stimmen der Kinobesprechung, deren Aufgabe darin besteht, kritisch zu sein.

Üben, üben, üben…

Und doch – alles darf hier nicht rosig geschrieben werden, denn das geforderte Talent, eine derartige Produktion umzusetzen, besitzt Madonna leider noch nicht. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ihr Ehrgeiz auch dieses Metier zur Vollkommenheit erschließt, doch bis dahin heißt es üben und sich einen wunderschönen neuen Namen zu überlegen.

Das buecher.de-Gewinnspiel

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