Filmtipp: Last Vegas

Last-VegasFür Filmemacher, die ein Publikum ansprechen wollen, das sich auf alle Altersklassen erstreckt, kommt es auf vieles an. Sie müssen eine Geschichte auf die Leinwand zimmern, mit der sich verschiedene Generationen identifizieren können. Einfühlsam und bewegend sollte der Plot ohnehin sein. Ein wenig Action hier, der eine oder andere Lacher da und schon wäre es möglich, dass auch mal der Großpapa mit seinem Enkel auf dem Kinositz Platz nimmt. In der Praxis scheinen solche Filme zu fehlen, zumindest bis diesen Donnerstag gilt diese Annahme. Dann erscheint mit „Last Vegas“ ein lustiges Kinoabenteuer für alt und jung.

Last Vegas – Hangover mit Oscarpreisträgern

Die Hangover-Trilogie mit Cooper, Galifianakis, Bartha und Helms in den Hauptrollen zählt zu den eindrucksvollsten Komödienwerken der letzten Jahre, fanden sich in der Reihe doch schauspielerische Glanzlichter und jede Menge lustige Pointen, die den Kinobesucher vom Sitz rissen. „Last Vegas“ wird das auch schaffen, wobei man keinesfalls ein Revival für das Rentneralter präsentieren möchte. Das etwas ältere Quartett plant zwar ebenfalls einen Junggesellenabschied in Vegas, ein derartiges Filmrissspektakel wie bei den jungen Kollegen ereilt aber keinen der vier. Vielmehr sollte das Werk von Regisseur Jon Turteltaub („Das Vermächtnis der Tempelritter“) als Hommage an das Alter und all den Spaß, den man auch mit fortgeschrittenen Jahreszahlen noch erleben kann, gewertet werden. Dass er sich dafür ein Ensemble ins Boot geholt hat, das zusammen auf sieben Academy-Awards kommt, ist einer der großen Pluspunkte des Junggesellenabenteuers der Oldie-Crew.

Last Vegas: Alkohol, leichtbekleidete Damen, Glücksspiel und echte Männerfreundschaft

Zur Gruppe von „Last Vegas“ gehören Billy (Michael Douglas, zwei Oscars), Paddy (Robert De Niro, zwei Oscars), Archie (Morgan Freeman, ein Oscar) und Sam (Kevin Kline, ein Oscar). Ersterer galt immer als er Draufgänger des Quartetts, das schon seit fast 60 Jahren miteinander befreundet ist. Nach Jahren des lasziven Lebens möchte er sich zur Ruhe setzen und seine halb so alte Freundin heiraten. Ehe es dazu kommt, will er mit seinen Jungs nochmal so richtig einen draufmachen. Kaum in Vegas angekommen, erlebt der Kinozuschauer das berühmtberüchtigte Ambiente, in dem weder Whisky noch tanzenden Blondinen oder Roulettekugeln fehlen. Insofern erinnert „Last Vegas“ schon an „Hangover“. Der Unterschied besteht letztlich darin, dass die Szenen nicht mit Gags überladen werden und stattdessen vor allem das Gefühlvolle, das Zwischenmenschliche in den Vordergrund drängt. Alle vier sind durch eigene Erfahrungen geprägt, jeder von ihnen schleppt sein eigenes Päckchen mit sich herum. Gemeinsam aber wird ihre Darbietung und auch die der weiblichen Hauptakteurin Diana (Mary Steenburgen, ein Oscar) zu einem echten Unterhaltungsmagnet, der uns Zuschauer ein wenig anders über das Rentnerdasein denken lassen wird.

 


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