Filmtipp: Iron Man 3

Iron Man 3Als aus dem Hause Marvel im vergangenen Jahr „The Avengers“ die Kinoleinwand eroberten, bekamen Fans der einzelnen Comichelden ein komplettes Superheldenensemble geliefert. Neben dem unglaublichen Hulk traten da auch Thor inklusive Götterhammer, Captain America und Iron Man auf die große Bühne. Genau genommen hat es eine Fortsetzung eines Superheldenfilms nie leicht. Sie muss den Vorgänger toppen, noch mehr Action und gelegentlich auch Tiefe bieten. Wenn man dann aber auch noch vorab einen Film auf die Leinwand bringt, bei dem es nicht um einen, sondern gleich um viele Superhelden geht, ist das doppelt schwer. Insofern musste Regisseur Shane Black bei dem Ende dieser Woche im Kino erscheinenden „Iron Man 3 einmal so richtig einen auspacken.

Schaffenskrise eines menschlichen Superhelden

So einfach übergehen konnten die Macher des dritten Teils der Iron-Man-Geschichte das Vorhergegangene nicht. Das machen sie auch nicht, das Geschehen  von „The Avengers“ wird sogar als Aufhänger für die Persönlichkeitskrise von Superheld Tony Stark (Robert Downey Jr.) genutzt. Dieser fühlt sich nach dem Zusammentreffen mit den göttlichen Teammitgliedern wie eine wertlose Blechbüchse und zieht sich mit depressiver Grundstimmung erst einmal an die Küste Miamis zurück. Das Geschehen im Land, wo Terrorist Mandarin (Sir Ben Kingsley) sein Unwesen treibt, lässt ihn vollkommen kalt. Soll sich doch Kumpel James Rhodes (Don Cheadle), der sich jetzt „Iron Patriot“ nennt, mit dem Übel herumplagen. Erst als Mandarin eine Person aus Starks Umfeld attackiert, beginnt sich dieser für den Unheilbringer zu interessieren. Seine Racheansage via Fernsehen bezahlt er gleich mal fast mit seinem Leben. Mit lediglich einem Prototyp ausgestattet, begibt sich der für tot gehaltene „Iron Man“ in die Kleinstadtöde, wo sich ein sonderbare Wandlung vollzieht.

Wiederauferstehung eines Genies

Dass Shane Black mit „Iron Man 3“ ein echtes Sahnestück vorlegt, war nicht wirklich zu erwarten. Der einst als größtes Hollywoodtalent angesehene Drehbuchschreiber („Tödliche Weihnachten“) ließ bis dato nur bei einer Regiearbeit („Kiss Kiss, Bang Bang“) seine Fähigkeiten aufblitzen. Ansonsten blieb es lange Zeit sehr ruhig. Bis jetzt, muss man sagen. Mit der Ablösung von Jon Favreau, der die ersten beiden Teile zu verantworten hatte, tritt er in keine kleinen Fußstapfen. Zumindest kommerziell beweisen die Einnahmen von bisher fast 200 Millionen US-Dollar, dass ihm die Nachfolge aber mehr als gelungen ist. Dabei ist der Film in den USA noch nicht einmal angelaufen. Black, der eine klare Vorliebe für Filme der 80er- und 90er-Jahre zeigt und auf das eine oder andere Retroelement zurückgreift, besinnt sich auf die eigentliche Stärke der Reihe und richtet den Fokus erstmals deutlich auf Stark. Dieser erzählt uns nicht nur von seiner inneren Befindlichkeit, sondern erkennt, dass er auch ohne die stahlharte Hülle zum Superhelden taugt. Natürlich kämpft er nicht allein mit den von Gott gegebenen Kräften, sondern profitiert gelegentlich auch von der Technik. Grundsätzlich aber konnte sich der Egomane Stark von seiner unverwüstlichen Hülle lösen und wirkt so um einiges menschlicher. Dass Gwyneth Paltrow in ihrer Rolle als Pepper Potts endlich auch mal zuschlagen darf, peppt das Ganze zusätzlich auf und verleiht dem Film ein weiteres Highlight.


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