Filmtipp: Huhn mit Pflaumen

Marjane Satrapi lieferte mit ihrem Animationsfilm „Persepolis“ 2008 ein begeisterndes Debüt ab, das zu Recht eine Oscarnominierung erhielt. Nun kommt ihr zweiter Film, „Huhn mit Pflaumen“, in die Kinos. Dabei handelt es sich um eine gelungene Mischung aus Realfilm und Animationssequenzen.

Mittelpunkt der Handlung ist Violinist Nasser Ali Khan. Als seine aufbrausende Frau seine Violine zerstört, bricht sie auch gleichzeitig Nasser das Herz. Auf der Suche nach einem neuen Instrument verzweifelt Nasser regelrecht und entschließt sich dazu, Selbstmord zu begehen, auch weil viele Erinnerungen (unter anderem an seine verflossene Liebe) an der Geige hingen. Die verschiedenen Todesarten geht Nasser dabei slapstickartig im Gedanken durch, empfindet sie jedoch alle als eklig oder entwürdigend, woraufhin er beschließt, sich einfach in sein Zimmer zurückzuziehen und acht Tage lang auf den Tod zu warten. Am achten Tag soll ihm schließlich der Todesengel Azrael erscheinen. In unterhaltsamen und überaus tragisch-komischen Sequenzen werden die sieben vorangehenden Tage geschildert und man erfährt einiges über ihn und die anderen Familienmitglieder. Obwohl emotional sehr ernüchternd, weil der Protagonist mit jedem Tag mehr erkennt, wie sehr er sich den Tod wünscht, ist der Film keineswegs zu melodramatisch, sondern versprüht einen außerordentlichen Galgenhumor.

Stilistisch ist „Huhn mit Pflaumen ein außergewöhnlicher und bildgewaltiger Film. Insbesondere die Rückblenden sind sehr spannend und verleihen dem Film die nötige Tiefe. Der Cast des Films ist erstklassig mit bekannten Gesichtern des französischen Films besetzt und liefert dabei einen schauspielerischen Höhepunkt nach dem anderen. Fazit: außerordentlich sehenswert.

Huhn mit Pflaumen Trailer


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