Filmtipp: Heiter bis wolkig

Heiter bis wolkigWenn ein Film ein Thema behandelt, das sehr viel Feingefühl benötigt, muss ein Regisseur eine Reihe von Dinge beachten. Er muss sich überlegen, mit welchen Darstellungen und durch welche Szenenstruktur er Emotionen beim Zuschauer auslösen kann. Marco Petry („Schule“) hat ein solches Projekt in Angriff genommen, zeigt er in „Heiter bis wolkig“ ab dem 06. September doch das Schicksal einer Krebserkrankung. Dabei werden wir Zeuge einer jungen Frau, die ihren individuellen Lebenskampf mit ganz eigenen Mitteln zu gewinnen versucht. Auch die anderen Beteiligten, ihre Schwester und ein paar Freunde, müssen sich mit der Problematik auseinandersetzen, was dem ein oder anderen nicht gerade einfach fällt. Aufgrund des Übergewichts an fröhlichen, gar komischen Episoden zeigt sich die klare Botschaft, die Petry mit seinem Film hinterlassen will. Es ist eine Hommage an das Leben, die auf eine besondere Art zeigt, worauf es beim Umgang mit Krebs vor allem ankommt – die noch verbleibende Zeit bestmöglich zu nutzen.

Wenn eine Masche plötzlich ausartet

Eigentlich beginnt der Film eher amüsant. Die beiden jungen Partytalente Tim (Max Riemelt) und Can (Elyas M`Barek) verdienen ihre Brötchen in einer Kantine. Abends dann vertreiben sie sich ihre Zeit in Bars, Clubs und Pubs. Hier reißen die beiden Freunde täglich neue Frauen auf, wobei weniger ihre Optik oder der Charakter dafür den Ausschlag geben. Das wahre Erfolgsrezept basiert auf einer Lüge. So gibt jeweils einer der Beiden an, dass sein Freund todkrank sei und noch den letzten Wunsch habe, mit einer Frau intim zu werden. Die Zahl derjenigen, die sich bereit erklärt, einem Sterbenden den letzten Wunsch zu erfüllen, ist sehr hoch. Das geht so lange gut, bis Tim Marie (Anna Fischer) kennenlernt. Ihre Schwester Edda (Jessica Schwarz) leidet wirklich an Krebs und kommt schnell hinter Tims Masche. Aus Liebe zu Marie hält sie dicht, verlangt dafür aber von Tim, dass er ihr einige Wünsche erfüllt.

Bewegend und lustig zugleich

Darin inbegriffen sind Schlägereien auf dem Straßenstrich oder das Zecheprellen in einem Restaurant, Ziegen in einem Blumenladen zu platzieren oder mit Sprengstoff beladen in eine Bank zu gehen. Zwischen diesen Episoden bekommt der Zuschauer immer mal wieder einen Einblick in genau das, worum es eigentlich geht. Regisseur Petry versucht die Emotionen seiner Charaktere einzufangen und darzustellen. Insofern sind die wenigen Phasen, in denen die kranke Edda ihre wirklichen Gefühle preisgibt, sehr bewegend. Die Nebenerzählung, die Liebe zwischen Tim und Marie, wird natürlich auch nicht vergessen. Jedem Kinofan ist vorab klar, dass die Lüge am Ende auffliegt. Genauso gut aber kann sich auch jeder denken, dass das folgende Vergeben fest zum Ablaufplan gehört. So findet der heutige Filmtipp letztendlich sein gewisses Happy End, trotz seiner Dramatik und dem Thema, das er behandelt.

 


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