Filmtipp: Django Unchained

Django Unchained 202x300 Filmtipp: Django UnchainedIn früheren Tagen erfreuten sich Western an einem großen Publikum. Nicht zuletzt lag das auch an dem ewig währenden Kindertraum, selbst in die Rolle von Cowboys und Indianern zu schlüpfen. Winnetou und Old Shatterhand haben ihr Übriges dazu beigetragen. Gründe, die mir bis heute schleierhaft sind, haben irgendwann dafür gesorgt, dass der Western immer mehr aus dem Rampenlicht bugsiert wurde. Im veränderten Deckmantel huscht ab dem 17. Januar nun mit „Django Unchained“ ein Western über die Leinwand, der das Genre wieder in den Fokus schieben möchte. Die Story von Macher Quentin Tarantino hat das Potenzial dazu, die Schauspielerriege ohnehin.

Ein Kopfgeldjäger sucht einen Partner

Zwar ist der Sklave Django (Jamie Foxx – „Ray“) der Titelheld dieses Western, die Glanzmomente setzt aber zunächst eher Christoph Waltz („Inglourious Basterds“) in Form des Doktors King Schultz. Brillant wie eh und je schafft es der aktuelle Golden Globe Preisträger mit Charme und Witz von Beginn an zahlreiche Pointen zu setzen. Nicht umsonst ist Waltz der einzige Darsteller des Films, der eine Oscar-Nominierung einheimsen konnte. Besagter Kopfgeldjäger überfällt einen Sklaventransport und sichert sich die Dienste von Django, der ihm fortan bei der täglichen Arbeit zur Seite stehen soll. Dass die Opfer der beiden allesamt Weiße sind, ist eines der wichtigsten Charakteristika des Films. So verpackt Tarantino bei diesem gut dreistündigen Western das Thema Sklavenhandel eindrucksvoll und vor allem mit jeder Menge fließendem Blut.

Ein Bösewicht und seine bessere Hälfte

Nachdem Dr. Schultz und Django den ganzen Winter auf Verbrecherjagd gegangen sind und nicht einen einzigen der Gesuchten am Leben gelassen haben, begeben sie sich auf die Suche nach Djangos Frau Broomhilda (Kerry Washington – „Save The Last Dance“). Die Art Gegenleistung für das bisher Erbrachte führt das ungleiche Team auf die Farm des skrupellosen Calvin Candie (Leonardo DiCaprio – „Titanic“). Zeitgemäß betrachtet dieser alle Farbigen als minderwertig und sein Eigentum. Aus diesem Raster fällt letztlich nur sein Haussklave Stephen (Samuel L. Jackson – „Shaft“). Genau genommen gibt dieser den Ton an und entlarvt die Gäste, die vorgeben, in den Sklavenhandel eintreten zu wollen. Das hitzige Duell der beiden Seiten, welches die zweite Hälfte des Films bestimmt, bringt eine Reihe an Höhepunkten mit sich. Darunter fallen bemerkenswert tiefsinnige Dialoge, aber eben auch jede Menge Schießeinlagen und heftige Auseinandersetzungen – ein richtiger Tarantino halt.


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