Filmtipp: Die fantastische Welt von Oz

Die fantastische Welt von OzWenn sich eine spannende Geschichte, ein erfolgreicher Buchbestseller oder auch ein viel besuchter Kinofilm an einem großen Zuspruch erfreuen kann, lechzen die Fans häufig nach mehr Informationen zu dem, was sie dort gesehen und gelesen haben. Es sind jene Vorgeschichten zu den jeweiligen Charakteren und Welten, die sie erzählt bekommen wollen. In der Herr-der-Ringe-Trilogie hat Regisseur Peter Jackson einzelne Rückblenden gewagt, Ende des vergangenen Jahres konnte er dann dank der literarischen Vorlage von Tolkien auch wirklich eine ausführliche Vorgeschichte auf die Leinwand bringen. Mit Blick auf die Abenteuergeschichte „Der Zauberer von Oz“ liegt die Sache schon ein wenig anders. Autor Lyman Frank Baum hat Dorothy lange auf die Suche nach dem mysteriösen Magier einer Zauberwelt geschickt. Mehr als einhundert Jahre später erfahren wir dank Sam Raimi in „Die fantastische Welt von Oz“, wer denn der Gesuchte eigentlich ist.

Ein Möchtegern-Houdini erhält die Chance seines Lebens

Ab dem morgigen Donnerstag dürfen sich die Kinobesucher auf die Spuren des legendären Zauberers von Oz, bewegen. Dieser wurde in Baums Roman und bei der Verfilmung 1939 von Dorothy, dem Zinnmann, der Vogelscheuche und dem ängstlichen Löwen gesucht. Die vier einstigen Hauptprotagonisten spielen im aktuellen Streifen keine Rolle, dafür aber der von ihnen Gesuchte. Dieser tritt in den ersten zwanzig Filmminuten, die standesgemäß in schwarz-weiß zu sehen sind, als Zaubereibetrüger Oscar Diggs (James Franco) im beschaulichen Kansas auf. Interessanterweise hat der Hauptdarsteller dafür vorab bei Magier Lance Burton ein hartes Zaubertraining absolviert, um authentisch herüberzukommen. Mit Lug und Trug sowie seinem Assistenten Frank (Zack Braff) nimmt er die Leute aus. Nachdem er aber einem Mädchen die Bitte abschlägt, sie zu heilen, zieht er den Unmut der Leute auf sich und flieht mit dem Ballon. Wie in der bekannten Historie bei Baum gerät er in einen Wirbelsturm, der ihn ins fortan farbenfroh erscheinende Oz bringt. Dort empfängt ihn die schöne und scheinbar gute Hexe Theodora (Mila Kunis), die ihn wie auch ihre Schwester Evanora (Rachel Weisz) als eine Art Heilsbringer, dem das Gold der Schatzkammer winkt, empfängt.

Nichts ist wie es scheint

Auch eine dritte Hexe soll noch im Zauberland leben, doch scheint Glinda (Michelle Williams) das böse Glied in der Magiekette. Es gehört zum zentralen Konzept des Films, dass Oz lange Zeit zwischen den Fronten pendelt und selbst nicht so wirklich weiß, wo er hingehört. Bei ihm zeigt sich zu Beginn ein hohes Maß an Egoismus und Selbstverliebtheit. Während des fortschreitenden Handlungsverlaufs aber kann der Zuschauer einen Wandel bemerken. Sinnbildlich dafür setzt er dem Porzellan-Puppenmädchen (wie auch das Mädchen zu Beginn Joey King) die abgebrochenen Beine wieder an. Hier zeigt sich eine von Sam Raimis („Spider Man“ mit James Franco) neugeschaffenen Figuren. Die andere ist der fliegende und sprechende Affe Finley (ebenfalls Zack Braff). Beide sind Teil einer Welt, die in sehr beeindruckenden Bildern auf die Leinwand projiziert wurde und tragen durch ihre ganz eigenen Charakteristika zum äußerst unterhaltsamen Kinoabenteuer bei.

 


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