Filmtipp: Schlussmacher

Schlussmacher 207x300 Filmtipp: SchlussmacherBeziehungen sind schon so eine Sache für sich. Sie können wirklich etwas Schönes sein, ein wahrer Segen, wenn die beiden Partner glücklich sind. Jeder kennt es, wenn sich Beziehungen beginnen zu entwickeln, erste Schmetterlinge im Bauch zu kribbeln anfangen und sich die zwei Protagonisten kennen und lieben lernen. Während dieser Verbindung dann erlebt man zahlreiche schöne gemeinsame Episoden. Bei vielen Beziehungen hält diese wunderschöne Phase über einen gewissen Zeitraum an. Irgendwann jedoch kommt der Punkt, an dem sie sich auseinandergelebt haben. Das Entwickeln neuer Interessen oder aber auch Liebschaften sorgt für die abschließende Trennung. Da uns Menschen diese in der Regel nicht leichtfällt, hat Matthias Schweighöfer jetzt einen Film gedreht, in dem er eine alternative Möglichkeit bietet. Ab Donnerstag huscht „Schlussmacher“ von und mit Schweighöfer über die Leinwand, ein Kinobesuch lohnt sich ohne Frage.

Noch wenige fehlen bis zur 1000

Paul (Matthias Schweighöfer) sammelt fleißig, keine Briefmarken oder Panini-Bildchen, sondern Trennungen. Für eine Berliner Firma geht er jeden Tag seiner Berufung nach und übermittelt Menschen die mehr oder weniger frohe Botschaft, dass sich der Partner von ihnen trennen möchte. Was heutzutage auch mal per Mail oder SMS erledigt wird und schneller geht als die Fahrt einer U-Bahn-Station, erlebt hier eine besonders brillante Facette. Wobei die Idee keinesfalls aus der Luft gegriffen ist, schließlich gibt es mittlerweile einige Trennungsagenturen. Paul jedenfalls scheint recht talentiert, bis zur legendären 1000er-Marke in den letzten zwei Jahren fehlen ihm nur noch ein paar Trennungen. Die Beförderung zum Partner von Agenturchef Adler (Heiner Lauterbach) steht kurz bevor. Immer mit dabei hat er ein Erste-Hilfe-Kit für die Verlassenen, die sich mit Schokolade und Schampus über den Schmerz hinwegtrösten sollen.

Wenn ein Auftrag aus dem Ruder läuft

Interessanterweise hat der Darsteller, Autor, Regisseur und Produzent des Films vor kurzem erst verlauten lassen, dass er selbst ein lausiger Schlussmacher ist. Er hasst Trennungen. Im Film scheinen ihm diese ganz gut von der Hand zu gehen. Zumindest bis er auf Toto (Milan Peschel) trifft und ihm erklärt, dass Freundin Kati (Nadja Uhl) die Beziehung indirekt beenden möchte. Was folgt, kann auch Profi Paul nicht ahnen. Milan will sich das Leben nehmen und landet in Windeseile in Pauls luxuriösem Loft. Dass die Beiden fortan so einiges zusammen erleben, ließ sich ebenfalls nicht absehen. Toto erweist sich als echter Frauenheld, der auch Paul das Leben etwas anders sehen lässt. Mit viel Tiefe versehen zeigt der Film, dass Schweighöfer als Regisseur gewachsen ist und das Debüt „What A Man“ bei weitem nicht sein Glanzstück war.

 


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