Filmtipp: Der Geschmack von Apfelkernen

Der Geschmack von ApfelkernenHannah Herzsprung ist eine derjenigen Schauspielerinnen, die nicht nur über sehr großes Talent verfügen, sondern diesem durch harte Arbeit auch gerecht werden. Die 32-Jährige, die schauspielerische Gene von ihrem Vater Bernd in die Wiege gelegt bekam, hat in der jüngeren Vergangenheit des Öfteren bewiesen, dass sie anspruchsvollen Rollen das gewisse Etwas verleiht. In Bernhard Schlinks „Der Vorleser“ bewies sie bereits, dass sie ihren Teil dazu beitragen kann, literarisch Vorlagen auch auf der Leinwand punkten zu lassen. Nun mimt die Hamburgerin in Katherina Hagenas „Der Geschmack von Apfelkernen“ auf ihre einzigartig einfühlsame Art und Weise Hauptprotagonistin Iris.

Eine generationenübergreifende Familiengeschichte

Eben jene Iris (Hanna Herzsprung) soll nach dem Tod von Großmutter Bertha das Familienanwesen im norddeutschen Bootshaven erben. Eigentlich will sie diese Bürde nicht auf sich nehmen und steht dem Ganzen eher kritisch gegenüber. Nichtsdestotrotz entschließt sie sich zu einem einwöchigen Aufenthalt an jenem Ort, der mit vielen Erinnerungen verbunden ist. Das Landhaus hat bereits einige Jahre gesehen. Ganz spurlos sind sie nicht vorbeigegangen. Immer noch existent aber ist der Obstgarten, in dem Iris (in Rückblenden Thalia Neumann) mit Cousine Rosmarie (Paula Beer) und Freundin Mira (Zoe Moore) einst gespielt hat. Der Film ist bestückt mit vielen Rückblicken, dank denen wir auch Großmutter Bertha (Hildegard Schmahl) und ihre drei Töchter zu sehen bekommen. Interessanterweise spielen Männer weitegehend eine eher untergeordnete Rolle. Es geht in „Der Geschmack von Apfelkernen“ zentral um mehr oder weniger starke Frauen.

Ein Kuss und das Rätseln um die Vergangenheit

Im Verlauf des zweistündigen Kinofilms sind es dennoch zwei Männer, die dem Werk von Hagena und der Regiearbeit von Vivian Naefe („Bella Australia“) ein kerniges Aroma verleihen. Zum einen ist da Miras Bruder Max (Florian Setter) zu nennen, den Iris aus ihrer Kindheit kennt und der nun als Notar Berthas Testament verwaltet. Die Beiden kommen sich näher, ein nicht erwarteter Kuss bringt Iris´ Gedanken noch mehr durcheinander. Zum anderen ist da noch der ehemalige Dorflehrer Lexow (Carsten Habich), der Bertha näherstand als es jemals den Anschein machte. Iris bekommt eine ganz andere Sicht auf die Vergangenheit und erinnert sich zurück an jenen folgenschweren Unfall in der Nacht, die Rosmarie vor Jahren das Leben kostete. Auch der geplante Titel „Das Buch vom Vergessen“ hätte Hagena womöglich die 1,5 Millionen verkauften Exemplare gebracht. So aber werden wir als Kinobesucher schon mal im Titel zur Erkundungsblicken in den Obstgarten der Familie Lünschen und zum dazugehörigen Gewinnspiel zu Der Geschmack von Apfelkernen auf buecher.de eingeladen.

 


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