Filmtipp: Das kleine Gespenst

Das kleine GespenstWelch wunderschöne Erkenntnis ergreift den Kinozuschauer im Kinonovember 2013. Es sind nicht immer teure und aufwendig produzierte Actionspektakel nötig, um ihm mit einem 90-minütigen Leinwandabenteuer den Nachmittag zu versüßen. In einem Monat, in dem endlich der heiß ersehnte zweite Teil der „Tribute von Panem“ in die Lichtspielhäuser kommen wird, scheint das utopisch. Dennoch ist die ab morgen zu sehende Verfilmung von „Das kleine Gespenst“ der Inbegriff dessen, was man im allgemeinen Tonus als hochwertige Unterhaltungskunst preisen würde. Otfried Preußlers Kindererzählung aus den 1960ern zeigt, wie zeitlos ein gutes Schriftstück doch sein kann.

Endlich einmal Tageslicht

Regisseur Alain Gsponer hat sich bisher ausschließlich der Unterhaltung älterer Zuschauer gewidmet. In seiner Vita finden sich Produktionen wie „Das wahre Leben“ mit Katja Riemann oder auch „Lila, Lila“ mit Hannah Herzsprung und Daniel Brühl. Insofern stürzte sich der gebürtige Schweizer in bisher unbekannte Gefilde, muss diesen Schritt aber keinesfalls bereuen. Seine Adaption des Literaturklassikers kann sich nicht nur mit seiner Besetzung (u. a. Uwe Ochsenknecht, Anna Thalbach und Herbert Knaup) sehen lassen. Auch die Inszenierung verdient Bestnoten. Nah am Roman orientiert, entführt er uns auf die Burg Eulenstein, in welcher das kleine Gespenst (Synchronstimme Anna Thalbach) haust und endlich einmal die Welt bei Tageslicht erkunden möchte.

Ein Ausflug mit Überraschungen

Jede Nacht um Mitternacht erwacht es und schaut auf der Burg nach dem Rechten. Sämtliche Versuche, das große Sortiment an Uhren zu manipulieren und stattdessen einmal um 12 Uhr mittags aufzuwachen, scheitern. Auch der einzige Freund, Uhu Schuhu (Synchronstimme Wolfgang Hess), weiß keinen Rat. Erst als Uhrmacher Zifferle (begnadete Darstellung von Herbert Knaup) die Rathausuhr anhält, geht der Wunsch in Erfüllung.  Bereits mit dem ersten Sonnenstrahl jedoch verwandelt sich das Glück in einen wahren Albtraum. Pechschwarz durchfliegt das ansonsten strahlend weiße Gespenst das Städtchen Eulenberg und versetzt alle Anwohner, die gerade eifrig mit der 375-Jahrfeier zu tun haben, in Angst und Schrecken. Einzig der kleine Karl scheint eine echte Hilfe. Dieser hat „Das kleine Gespenst“ als Einziger bereits bei einer nächtlichen Wanderung seiner Schulklasse zu Gesicht bekommen. Glauben wollte ihm das natürlich niemand. Gemeinsam mit seinen beiden Freunden Marie und Hannes versucht er dem liebevoll dargestellten Nachtgeschöpf die Rückkehr auf die Burg zu ermöglichen. Gleichzeitig müssen sie aber auch den Diebstahl einer kostbaren Uhr aufklären, den man Karl zu Unrecht vorwirft und für den einer verantwortlich ist, dem man es am wenigsten zugetraut hätte.

 


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter