Filmtipp: Act of Valor

Hollywood überschlägt sich nicht gerade mit anspruchsvollen Filmen. Das passiert hin und wieder, ja, aber diese Filme werden dann auch sofort wegen ihrer Andersartigkeit für einen Oscar nominiert. Mit „Act of Valor“ sehen wir den wohl längsten U.S.-Army-Werbefilm, den es jemals gab. Trotz dieser überschattenden Kritik birgt das actiongeladene Leinwandspektakel auch einige guten Seiten, die ebenfalls eine Anmerkung finden sollen.

Zum Inhalt:

Der tschetschenische Terrorist Abu Shabal (Jason Cottle) verübt einen medienwirksamen Anschlag und tötet dabei den Sohn des amerikanischen Botschafters auf den Philippinen und mit ihm eine ganze Schulklasse. Parallel werden zwei CIA-Agenten auf Costa Rica Ziel eines Übergriffs, bei dem einer verstirbt und die Überlebende, Agentin Morales (Roselyn Sanchez), von den Handlangern des Drogenchefs Christo (Alex Veadov) verschleppt wird. Navy Seals Lieutenant Rorke und sein Kamerad Chief Dave brechen mit einer Einheit auf, um ihre Kollegin zu befreien. Sie schaffen es, die brutal misshandelte Morales aus ihrem Gefängnis zu befreien und erhalten dabei von ihr Informationen, die eine Verbindung zwischen Christo und Shabal belegen. So entsteht der Plan den mittlerweile in Russland untergetauchten Shabal, mithilfe Christos fassen zu können.

Eine Hand wäscht die andere

Regisseure Mike McCoy und Scott Waugh laden zum ersten Mal in die Kinos dieser Welt. Davor drehten sie im Auftrag der Navy einen Werbefilm über spezialisierte Kampfboote. Dieser Zusammenhang scheint bezeichnend und am Anfang einer Karriere sicherlich hilfreich gewesen zu sein. Schade, dass die Verherrlichung der Landesverteidigung in diesem Film so auffällig passiert. Tatsächlich haben sogar echte Soldaten der Navy mitgespielt, um gerade in den Manöverszenen noch echter zu wirken, was auch wirklich gelungen ist. Offensichtlicher wird die Laienhaftigkeit im Direktvergleich mit den ausgebildeten Schauspielern, die in Sachen Artikulation und Fühlbarkeit merklich versierter sind. Als starke, heroische Gutmenschen empfindet der Zuschauer die Darstellung des in der Sonne tollenden baldigen Familienvaters, der in den Kampf zieht, um sein Land zu verteidigen. Das nimmt den wirklich authentisch dargestellten Szenen ein wenig die Glaubhaftigkeit. In dieser Weise präsentiert sich der ganze Film, der auf wahren Tatsachen beruhen will. Dass diesen Tatsachen allerdings im Fünfminutentakt ein Pro-Navy-Argument beigegeben wird, erkennt der kritische Zuschauer bereits nach der ersten halben Stunde und empfindet dies als aufdringlich.  Ein Soldat James Ryan mit Werbejingle.


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