Fernsehtipp: Verbrechen

VerbrechenGewöhnlich geht es bei Krimiserien im deutschen Fernsehen ja häufig um spektakuläre Fälle von sehr charismatischen Ermittlern. Die Arbeit der Polizei, die Suche nach einem Täter und gelegentlich auch das folgende Strafverfahren schaffen es, den Zuschauer mit spannenden Erwartungen an den Fernsehbildschirm zu fesseln. Dass das auch durchaus auf andere Art und Weise möglich ist, beweist derzeit das ZDF, das im Sonntagabendprogramm auf die Erzählungen von Strafverteidiger und Bestsellerautor Ferdinand von Schirach setzt. Mit den jeweils zwei Folgen á 45 Minuten gelingt es ihnen, mit wahren Fällen der Reihe „Verbrechen“ ordentlich Eindruck zu hinterlassen.

Ein Mörder, den man versteht und ein geheimnisvoller Gegenstand

Vor gut zwei Wochen begann die sechsteilige Reihe, die Oliver Berben mit der Verfilmung der Erzählung „Fähner“ brillant einleitete. Wie in den darauffolgenden fünf Episoden mimt Josef Bierbichler den Anwalt Leonhardt. Dieser stößt auf Dr. Fähner, der in der U-Haft sitzt, weil er nach Jahrzehnten Ehe seiner Frau brutal den Kopf einschlug. Im Lauf der Geschichte wird immer deutlicher, was anfangs bereits zu erahnen war, stellt die Mordtat doch die einzig mögliche Reaktion auf ein jahrelanges Martyrium dar. Auch bei Fall Nummer zwei gab es Besonderes zu sehen. Drei Ganoven brechen in eine Villa ein und entwenden neben Bargeld und Uhren ein altes Familienerbstück. „Tanatas Teeschale“ ist von unschätzbarem Wert, schnell fallen dem scheinbar einfachen Diebstahl zwei Menschen zum Opfer. Gut, dass Leonhardt die Sache glimpflich beenden kann.

Zum Glück kommt noch ein Sonntag

Auch am vergangenen Sonntag bekamen die Zuschauer reichlich Unterhaltung geboten. In „Grün“ treibt ein Schafmörder regelmäßig sein Unwesen. Als dann eine junge Frau vermisst wird, scheint das Ganze ein neues Ausmaß zu entwickeln. Etwas für wahre Recht-Fans war die später zu sehende Erzählung „der Igel“. Raffiniert organisiert überlistet Migrantensohn Karim das Rechtswesen unseres Landes, weil er mit ihm spielt. Keiner rechnet damit, weil es Vorurteile und das Versteckspiel des Igels sind, die das Offensichtliche verblenden. Schon kurz nach halb zwölf entstand Vorfreude auf den kommenden Sonntag. Dann nämlich endet die Reihe mit „Summertime“ und „Notwehr“. Insbesondere die letzte Erzählung ist an Besonderheit kaum zu übertreffen, wird doch ein Mann, den wir zunächst als Opfer dargestellt bekommen, als eine brutale Mordmaschine entlarvt. Man sieht schon, von Schirach erzählt keinesfalls von gewöhnlichen Fällen.


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