Fernsehtipp: Das Jenke-Experiment

Jenke von WilmsdorffJenke von Wilmsdorff ist gerade einmal 47 Jahre alt und doch hat er schon mehr erlebt als die meisten Menschen in drei Leben. Der Journalist mit reichlich Schauspielerfahrung gilt seit gut zehn Jahren als derjenige bei RTL, der die ganz besonderen Geschichten erleben darf. Jenke war bereits als Mitreisender auf den Flüchtlingsschiffen, die auf Lampedusa stranden oder als Rickschafahrer in Mumbai unterwegs. Ganz besonders eindrucksvoll war sein Ausflug nach Ciudad Juárez, wo rund die Hälfte der Bevölkerung in kriminelle Machenschaften verwickelt ist und die Polizei jeden Tag Leichen von der Straße sammeln muss. In „Brot kann schimmeln, was kannst du?“ hat er von seinen Jobs in der ganzen Welt berichtet. Er macht das gelegentlich auch im Fernsehen, bei RTL „Extra“ und ganz aktuell in der vierteiligen Dokumentationsreihe „Das Jenke-Experiment“.

Alkohol und Alter

Dreimal war Jenke bereits bei seinen ganz besonderen Fernsehexperimenten zu sehen. Über das erste, den Selbstversuch mit Alkohol, sprachen danach viele, positive und negative Resonanzen mit inbegriffen. An den Fernsehbildschirmen haben garantiert viele skeptisch dreingeschaut, denn Jenke ist gerade beim ersten Experiment bis an die Grenzen gegangen und hat sich selbst einer großen Gefahr ausgesetzt. Das Experiment begann mit einem Totalabsturz zum Geburtstag und zog sich über Wochen hinweg, in denen Cornflakes in Alkoholsoße genossen und täglich der Promillestand hochgehalten wurde. An die Gefahr für Leber und genau genommen den ganzen Körper schloss das Experiment als alter Mann an. Dabei überprüfte er nicht nur den Alltag inmitten der Gesellschaft, sondern auch die Tücken, die sich einem individuell in den eigenen vier Wänden stellen.

Armut und anderes Geschlecht

Man kann Jenke sicherlich vorwerfen, dass er Klischees behandelt, gute Recherche aber darf man ihm nicht absprechen. Beim Experiment mit Alkohol redete er mit Erkrankten, für das als Gealterter ging er auch ins Altersheim. Bei der bisher letzten Ausgabe begab sich der Rheinländer an die Armutsgrenze, ging betteln und schlief auf der Straße. Er schaute auch bei einer Hartz-IV-Familie in Berlin Marzahn vorbei. Bei bisher allen drei Experimenten scheint es auch so, als ob Jenke bei seiner ganz eigenen Grenzerfahrung stets etwas dazugelernt hat und nun einen anderen Umgang mit Alkohol, den Lebensjahren und dem Thema Geld besitzt. Ob das nach seinem bisher letzten Experiment als Frau (kommenden Montag, den 08.04. um 21:15 Uhr) gleiches nach sich zieht, darüber darf nur spekuliert werden. Drei Sachen aber scheinen gewiss. Zum einen wird Jenke wieder ganz neue Erfahrungen sammeln, zum anderen uns neue Facetten unserer Gesellschaft aufzeigen. Zum dritten werden wir wohl auch bei diesem Versuch so einiges zu diskutieren haben.


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