Evil – Jack Ketchum

Im englischen Original heißt der Titel: The Girl Next Door, doch finde ich Evil in diesem Fall äußerst treffend. Dass Evil jedoch in die Horrorecke verbannt wird, stimmt so nicht ganz. Es handelt sich vielmehr um ein Drama, ein sehr erschreckendes und zutiefst verstörendes wohl gemerkt. Das Buch ist sicher nichts für zartbesaitete Menschen. Was Ketchum hier beschreibt, geht unter die Haut, ist erschütternd aber vor allem wahr und das macht es wohl so unglaublich.

Wir befinden uns in den 50er Jahren. Eine Kleinstadt in den USA ist Schauplatz all der Tragödien, die wir im Laufe der Geschichte miterleben. Von Kindern, die quälen, und Eltern, die ihre Kinder zu dem machen, was niemand von uns sein möchte. Ist es normal, wenn Kinder es genießen und mit Schaulust verfolgen, wenn ein Lebewesen getötet wird? Ist es normal, sich an anderen abzureagieren? Ist es normal, als Mädchen gefesselt, von Jungs begrapscht zu werden und das zu genießen?

Evil wirft viele Fragen auf und ist moralisch. Daran darf kein Zweifel bestehen. Es beruht aber auch auf einer wahren Geschichte und so ist die Folter, der sich Meg (alias Silvia Likens) zunehmend ausgesetzt sieht, ein erschütterndes Zeugnis dessen, wozu Menschen fähig sind.

Ein amerikanischer Rezensent schrieb etwas, das hängen blieb, während er das Buch schilderte. Er sagt, die freie Meinungsäußerung ist eines der Grundfeste amerikanischen Lebens, doch für Jack Ketchum sollte sie verboten werden.


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