Europa feiert Schweden und eine fabelhafte Anke Engelke

Eurovision Song ContestVor 17.000 Menschen in der Halle und weiteren circa 120 Millionen an den Fernsehern dieser Welt startete das große Finale vergangenen Samstag kurz nach 21 Uhr. Eine aufwendige und schillernde Show, die von den Vorjahressiegern Eldar und Nikki eröffnet wurde, musste mit 26 verschiedenen Künstler in zwei Stunden unter gebracht werden. Schlag auf Schlag erklangen landestypische Folklorelieder, seichte Schlagermelodien und aufgepeppter, charttauglicher Disco-Pop. Hier wurde wirklich jeder Geschmack bedient – allerdings blieb die große Spannung aus.

Deutschland ist in diesem Jahr bewundernswert gut aufgefallen. Unser Beitrag Roman Lob unterschied sich mit seiner puren und minimalistischen Darbietung sehr deutlich von den pompösen Choreografien der übrigen Teilnehmer. Am Anfang war ihm die Aufregung ein wenig anzumerken, aber schließlich auch der Punkt, an dem er sich dachte, dass dies jetzt sein Moment sein würde. Danach trällerte er ausdrucksstark und voller Imbrunst seinen Titel Standing Still. Wenn der Osten Europas weniger verschworen wäre, wäre mit Sicherheit eine noch bessere Platzierung die Folge gewesen.

ESC 2012 Finale mit Moderatorin Anke Engelke

Siegerin wurde dann aber doch, wie bereits schon vorher vermutet, die schwedische Gothic-Agneta „Loreen“. Mit 372 Punkten war ihr Gewinn schon früh besiegelt und gestaltete die restliche Punktvergabe nur mäßig aufregend. Mit 113 Punkten Abstand fanden sich dann die russischen Omis auf dem zweiten Platz wieder und Zeljko Joksimovic aus Serbien jubelte über das dritte Treppchen.

Die Debatte um die totalitäre Regierung Aserbaidschan und ihre politisch motivierten Festnahmen der Vergangenheit sollte möglichst tot geschwiegen werden. Im Großen und Ganzen ist das so auch passiert. Allen Kandidaten war ein politischer Kommentar strengstens verboten. Dies galt aber nicht für die Kurzschaltungen in die jeweiligen Länder zur Punktevergabe. Da wartete auch schon die bemerkenswert schlicht zurecht gemachte Anke Engelke mit ihrem charmanten, doch spitzzüngigen Kommentar. Bevor sie die Punkte verlas, sagte sie mit klarem Blick und süffisantem Lächeln, dass es immer gut sei, wählen zu können, eine Wahl zu haben. „Aserbaidschan, viel Glück auf deinem Weg, Europa schaut auf dich!“ Das war deutlich, nicht aufdringlich und hätte keinesfalls besser gesagt werden können. Damit erntete sie aus vielen Ecken Europas frenetischen Beifall.

Einen ebensolchen  lassen wir an dieser Stelle den Gewinnern unseres ESC-Gewinnspiels zukommen, die mit ihrem Tipp zum Sieger goldrichtig lagen und an nun jeweils einen Gutschein über 20 Euro in Empfang nehmen dürfen. Wir gratulieren recht herzlich Renate Klaas, Heike Henning, Dominik Cwieczek, Markus Engel sowie Martin Hagedorn und freuen uns auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr in Stockholm.

 


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