Escobar: Paradise Lost – Unser Filmtipp

EscobarPablo Escobar war einer der größten Gangster des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Er hat den Drogenhandel revolutioniert, ihn zu einem äußerst lukrativen Geschäft gemacht und den weltweiten Handel vorangetrieben. Heute sehen ihn viele Drogenbosse, nicht nur die der südamerikanischen Kartelle, als großes Vorbild, weil er einfach verdammt lange Erfolg hatte und seinen Einflusskreis immer weiter ausdehnte. Von Kolumbien aus ging es in die weite Welt, in der Escobar auch zwei Jahrzehnte nach seinem Tod noch immer ein bekannter Name ist. Andrea Di Stefano („Life of Pi“) hätte sich für seine erste Regiearbeit keinen besseren Gangsterboss der Historie aussuchen können, um einen tollen Streifen mit mächtig Krawall abzudrehen. „Escobar: Paradise Lost“ ist ein Thriller mit viel biografischem Hintergrund und ein bisschen Liebesgeschichte, wobei ersteres recht klug in die zwei Stunden eingestreut wird. Die Mischung passt.

Escobar – Chef eines Milliardenkartells

Ende März 1991, Pablo Escobar (Benicio del Toro) möchte die Wogen glätten. Er will den Drogenkrieg in seinem Land beenden und dem stetigen Blutvergießen entgegentreten. Außerdem möchte er mit seiner Bereitschaft ins Gefängnis zu gehen, eine Auslieferung in die USA verhindern. So ganz aus dem Dienst austreten will er natürlich nicht. So dient der clevere Schachzug vor allem auch dazu, das Imperium zu bewahren und die angehäuften Reichtümer zusammenzuhalten. Darin eingebunden ist auch der kanadische Surferboy Nick (Josh Hutcherson), der einst auf der Suche nach großen Wellen ins Land kam und mittlerweile fest im Drogenzirkel eingebunden ist, weil er Escobars Nichte Maria (Claudia Traisac) geheiratet hat. Nun soll Nick Diamanten in Sicherheit bringen und seinen Helfer anschließend töten – es wäre sein erster Mord.

Escobar profitiert von mutiger Inszenierung und tollen Schauspielern

Pablo Escobar ist eine Personalie, über die man streiten kann. Zum einen ist er der Bösewicht, der mit Drogen Menschenleben zerstört und den die Behörden jagen. Zum anderen aber auch derjenige, der Krankenhäuser baut. Dieses ambivalente Bild zeigt auch „Escobar: Paradise Lost“. Regisseur Di Stefano wagt sich an die Darstellung des Familienmenschen und greift auf viele reale Stationen des Drogenbosses zurück. Der Rest entspringt natürlich dem Fiktiven, passt sich aber gut in den Rahmen ein. Grundsätzlich hat sich Di Stefano mit „Escobar: Paradise Lost“ weit heraus gewagt. Nicht nur, weil viel über Escobar debattiert wurde. Sein Bild ist recht positiv und das ist mutig. Er zeigt großes Gespür für eine spannungsgeladene Atmosphäre und hat auch beim Cast ganze Arbeit geleistet. Über Benicio del Toro („Che“) braucht man ohnehin nicht diskutieren und Josh Hutcherson („Die Tribute von Panem“) beweist, dass er mehr als nur ein Tribut sein kann. Er überzeugt mit einer jugendlichen Orientierungslosigkeit, die ihn perfekt in der Rolle aufgehen lassen.

 


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