ESC-Vorstellung Israel

Harel Skaat – Der Superstar aus Israel

Bisherige ESC-Teilnahmen:
33 (außer 1980, 1984, 1994, 1996 und 1997)

Größte Erfolge:
Sieger in den Jahren 1978, 1979 und 1998
2-mal den 2. Platz (1982 und 1983)
1-mal den 3. Platz (1991)

Israel ist seit seiner ersten ESC-Teilnahme im Jahr 1973 eines der überdurchschnittlich erfolgreichen Länder. Bis auf wenige Ausnahmen landete der Staat am Mittelmeer auf Plätzen in der vorderen Tabellenhälfte. Auch dieses Jahr schickt Israel mit Harel Skaat einen sehr vielversprechenden Beitrag zum ESC-Finale am 29. Mai in Oslo. Der Zweitplatzierte der israelischen DSDS-Version will sich mit seinem Song „Milim“ in die erfolgreiche Tradition seines Landes einreihen. Seine Chancen stehen dabei gar nicht mal schlecht, denn Harel hat nicht nur eine ausgezeichnete Stimme und ein sehr ansprechendes Äußeres, sondern kann durch den Ausdruck und die Emotion in seinem Gesang, trotz hebräischer Sprache, die Botschaft des Liedes jedem Zuhörer zugänglich machen. „Milim“ ist eine erst ruhige und später sehr dramatische Liebesballade, in der es um das Verlassenwerden und gebrochene Herzen geht. Harel vollbringt dabei jedoch die Leistung, überhaupt nicht kitschig zu wirken und echte Gefühle in jeden Ton seiner Stimme zu integrieren – teilweise erinnert sein Vortrag dabei sogar an das großartige, französische Chanson „Je suis malade“. Es wundert also niemanden, dass der 28-jährige Sänger neben Lena und Safura auf dem Siegertreppchen gesehen wird.

Israels Geschichte beim ESC ist so bunt und abwechslungsreich wie das Land am Mittelmeer selbst. 1978 und 1979 gewann Israel gleich zweimal hintereinander, worauf im Folgejahr die Teilnahme (und damit die Ausrichtung des ESC) zurückgezogen wurde, weil der organisatorische und finanzielle Kraftakt nicht erneut geschultert werden wollte. Auch 1984 gab es keinen israelischen Beitrag, weil der Termin des Finales mit dem israelischen Unabhängigkeitstag zusammenfiel. Als 1998 die transsexuelle Sängerin Dana International zum Finale antrat, gab es im Vorfeld große Empörung aus der konservativen, ultraorthodoxen Bevölkerung. Die Proteste wurden jedoch schnell zu Jubel, als sie mit knappem Vorsprung den Sieg erringen und den ESC 1999 nach Jerusalem bringen konnte. Fast genauso kontrovers wird stets die Sprache diskutiert, in der der Beitrag gesungen werden soll. In der Regel wird Hebräisch gesungen, jedoch auch oft in Englisch – in letzter Zeit werden immer häufiger beide Sprachen eingebracht.

Bei „Milim“ von Harel Skaat handelt es sich um einen ausschließlich auf Hebräisch gesungenen Beitrag, was jedoch kein Verständnisproblem darstellt, da Harel es ausgezeichnet versteht, die Bedeutung seiner Worte in seiner Stimme zu manifestieren. Ob Harel mit seiner gefühlstiefen Ballade unseren Star für Oslo jedoch schlagen kann, bleibt abzuwarten.


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