Es lebe das Literaturlexikon – was sagen die Autoren zu ihrem Eintrag? – Teil 1: Feridun Zaimoglu



Bin ich ein One-Hit-Wunder?

Nun also finde ich Eingang in ein Literaturlexikon – was fällt mir als Allererstes auf? Den Querbalken über dem drittletzten Buchstaben meines Nachnamens habe ich abgeschafft. Im Eintrag zu meiner Person legt man jedoch Wert auf Originaltreue. Die Autorin findet lobende Worte über meinen Erstling „Kanak Sprak“. Ich bin, bis auf zwei Ausnahmen, mit allem einverstanden. Erstens: Ich bin kein Migrationsautor. Ersetzen wir doch die Fremdwörter durch deutsche Worte: Ein- und/oder Auswanderungsschriftsteller. Was heißt das? Keine Ahnung. Zweitens: Ich habe mich nicht von meinem Debüt distanziert. Die Autorin stellt richtigerweise fest, dass ich mich dem epischen Erzählen zugewendet habe. Leider endet mit diesem Satz der Eintrag. Seltsam: „Kanak Sprak“ erschien 1995, in den folgenden vierzehn Jahren schrieb ich elf weitere Bücher. Kein einziger Titel wird angeführt. Vielleicht stirbt ein Schreiber mit seinem weiten Buch einen frühen Tod. Vielleicht ist es für ihn auch besser, erst zu sterben, auf dass im Duden das Verzeichnis seiner Werke klein gedruckt ausgehängt werde.


Von Feridun Zaimoglu erschien gerade der Roman „Hinterland„.


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