Ernest Hemingway – Ein ganz besonderer Schriftsteller

Hemingway - Der alte Mann und das MeerLiteraturnobelpreisträger kann man nur werden, wenn man literarisch gesehen etwas wirklich Großes zusammengetragen hat. Seit Sully Prudhomme die Auszeichnung der Schwedischen Akademie als erster erhielt, wurden zahlreiche Schriftsteller aus allen Erdteilen prämiert. 1954 fiel die Wahl auf Ernest Hemingway und damit auf einen Mann, der eigenwillig in seinen Themen und extravagant in ihrer Gestaltung agierte. Hemingway schuf großartige Werke, in denen er die Einflüsse seines Lebens reflektierte. Wenngleich dieses Leben auch viel Dunkelheit mit sich brachte, werden die Abenteuergeschichten des US-Amerikaners noch heute millionenfach gelesen. Auch das ist ein tatkräftiger Beweis für den Wert eines Literaten. Wenn die Menschen auch nach seinem Ableben noch seine Bücher nutzen, um sich die Freizeit zu vertreiben, dann muss er etwas Besonderes sein. Ernest Hemingway fällt in diese Kategorie, am Sonntag vor 114 Jahren erblickte er das Licht dieses Planeten.

Die ungefilterte Darstellung des Lebens

Das Leben kann schwer sein. Es passieren Dinge, die wir weder vorhersehen noch beeinflussen können. Wir treffen einfach auf jene Tücken des Alltags und Hemingway hat es in unnachahmlicher Art geschafft, derartige Erlebnisse nüchtern darzulegen. In seinem wohl größten Werk, die Novelle „Der alte Mann und das Meer“, zeigt er einen alten, kaum noch mit Zähnen ausgestatteten Fischer. Dieser fährt hinaus auf das Meer, um endlich mal wieder etwas für den Magen zu ergattern. 84 Tage hat Santiago nichts mehr gefangen. Umso mehr freut sich der Leser, als endlich ein Fisch anbeißt. Das gigantische Monstrum scheint seine Lage zu bessern, doch für sein kleines Ruderboot ist dieser Fang zu groß. Santiago kämpft mit allen Mitteln um die Früchte seiner Arbeit, doch Hemingways Werk bleibt frei von Happy Ends, frei von jeglichem Idealismus.

Der Krieg bestimmt das Leben

Zwar bekam Hemingway für seine Novelle den besagten Nobel- und auch den Pulitzer Preis, sein einziges Glanzstück ist sie aber nicht. Der Mann, der Zeit seines Lebens nie einen guten Whisky in den Bars von Key West abgeschlagen hätte, ist ein Kind des 20. Jahrhunderts und somit auch unmittelbar von den zwei Weltkriegen betroffen. Schon als 18-Jähriger musste er am eigenen Leib erfahren, wie grausam und angsteinflößend das globale Szenario sein kann. Im Juli 1918 wurde er von einer Granate schwer verwundet, den Aufenthalt im Lazarett verarbeitete Hemingway literarisch. „In einem anderen Land“ ist eines dieser Zeugnisse eines aufmerksamen Kriegsreporters. Behandelt werden dabei Themen wie Angst, Schmerz und Tod. Sie bilden auch die zentralen Problematiken in den Bänden, die einzelne Short Storys zusammenfügen wie „Schnee auf dem Kilimandscharo“ oder „Die Nick Adams Stories“. Dem entgegen steht „Paris – Ein Fest fürs Leben“ – der Bericht über die Nachkriegsjahre, in denen er sich dem Leben hingibt und Bekanntschaften mit James Joyce, Ezra Pound oder F. Scott Fitzgerald schließt. Es ist eines der positivsten Stücke Hemingways und dennoch eines, das seine nicht kopierbaren Handschrift trägt.


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