Jojo Moyes – Ein ganzes halbes Jahr

Moyes - Ein ganzes halbes JahrEin halbes Jahr umfasst sechs Monate und entspricht in etwa 26 Wochen. Das sind ungefähr 182 Tage oder ganze 4368 Stunden. An sich klingt das nach einem ordentlich langen Zeitraum. Für diesen kann man sich eine ganze Reihe an Ereignissen und Abenteuern vorstellen. Für Lou, die Hauptprotagonistin in einem der neuesten Exportschlager von der britischen Insel, ist das aber eine gar nicht mal so lang ausfallende Phase. Vor allem nicht, wenn man bedenkt, was sie während dieser Teilepisode vollbringen muss. Autorin Jojo Moyes schickt die 27-Jährige auf eine Reise zur Grenze zwischen Leben und Tod, muss sie doch den querschnittsgelähmten Will in „Ein ganzes halbes Jahr“ vom Sinn des Lebens überzeugen.

Eine neue Aufgabe

Das Leben, das Lou anfangs führt, ist zwar nicht das Gelbe vom Ei, schlecht ist es aber auch nicht. Zugegeben, weder die Kleinstadt, in der sie lebt, ist besonders großartig noch der Job im Café an der einzigen Hauptattraktion der Region, einer alten Burg. Auch das Zimmer ohne Fenster in ihrem Elternhaus ist kaum eine Erwähnung wert. Immerhin aber hat sie ein Dach über dem Kopf, eine liebe Familie an ihrer Seite und auch einen Freund. Wenngleich sie diesen nicht wirklich liebt, ist sie grundlegend mit den eigenen Lebensumständen zufrieden. Das ändert sich mit dem Verlust der Arbeitsstelle. Lou muss sich etwas Neues suchen, auf dem Anwesen der Traynors scheint sie als Pflegerin, wenn auch wider den eigenen Wünschen, eine gutbezahlte Anstellung gefunden zu haben.

Worauf kommt es im Leben an?

Dort lebt der 35-jährige Will, der seit zwei Jahren an einen Rollstuhl gebunden ist und aus dem eine gewaltige, lang angestaute zynische Verbitterung spricht. Zwar hat er seiner Mutter versprochen, noch einmal über den Wunsch, mithilfe von Sterbehilfe aus dem Leben zu treten, nachzudenken. So wirklich daran glauben kann er aber nicht. Lou, die ihrerseits von Beginn an klarstellt, dass sie den Kranken nicht auf die Toilette begleitet, geht zunächst sehr forsch und irgendwie auch sorglos an die neue Aufgabe heran. Schon bald aber kommt sie Will näher und verfolgt den Plan, seinen Lebensmut neu zu entfachen. Anders als „Ziemlich beste Freunde“ inszeniert Moyes daraus eine tiefgreifende Liebesgeschichte, die uns auf ähnliche Art und Weise über das Leben und individuelle Schicksalsschläge nachdenken lässt. Ihr Resultat ist ein einfühlsames Werk, bei dem der Leser aufgrund der durchgängigen Konzentration auf die beiden Hauptakteure schnell eine gewisse Nähe aufbauen kann.


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  1. […] und hat es rein literarisch betrachtet sogar geschafft, ihren viel umjubelten Bestseller „Ein ganzes halbes Jahr“ noch zu übertrumpfen. Jojo Moyes ist derzeit eine der meistgelesenen Schriftstellerinnen, […]

    14.10.2013
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