Einer von ihnen

Erst vor kurzer Zeit berichtete ich über ein Werk, welches das skrupellose Verhalten von Hooligans thematisierte. Dabei ging es in erster Linie um die Schandtaten der „Fans“ im britischen Fußball. Man sollte aber keinesfalls den Fehler machen und jenes Problem allein auf die Anhänger von West Ham oder Aston Villa reduzieren, das Problem ist ein globales. Bei der Weltmeisterschaft 1998 kam es in einer Gasse innerhalb der Stadt Lens zu einem brutalen Übergriff von Hooligans, die keine Karten mehr für das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Jugoslawien erhielten. Ihr Opfer war der Polizist Daniel Nivel, der in der Folge sechs Wochen im Koma lag, heute weder richtig sprechen noch sehen kann.

Ebenfalls Polizist war Stefan Schubert, nur hat er seit Jahren ein Doppelleben geführt. Anders als Nivel, der nicht wissen konnte, wie brutal solche Leute werden können, kannte Schubert stets beide Seiten. Vormittags fuhr er auf Streife, abends beim Spiel wurde er zu etwas, das er bei der Streife ohne Frage mit zur Polizei genommen hätte. In „Gewalt ist eine Lösung“ erzählt der ehemalige Beamte von seinem Leben in Uniform und dem, in welchem er brutal auf andere einschlug. Nachdem 1996 in der Bielefelder Innenstadt eine Schlägerei von Hooligans angezettelt wurde und es in der Folge zu 55 Verletzten kam und er direkt involviert war, schied Stefan aus dem Polizeidienst aus. Eine Abmachung mit Staatsanwaltschaft und Polizei, in der man seit Jahren von seinem Hobby wusste, bewahrte ihn vor dem Gefängnis. Vielleicht ist das seine zweite Chance und Grund genug, dass wir ihm zuhören sollten.


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