Ein Mann redet Klartext

MangZugegeben, es scheint paradox, dass ein Schönheitschirurg abfällig über Implantate und Botoxspritzen redet. Wie wäre das, wenn ein Lehrer negativ darüber philosophiert, dass es ja kein Sinn habe, Kindern etwas beizubringen oder ein Flugzeugpilot sie beim Urlaubsflug nach Mallorca mit den Worten begrüßt: „Herzlich Willkommen an Bord der Boeing 737 nach Palma. Ich empfehle Ihnen heute lieber, mit dem Bus die Fahrt von 18 Stunden auf sich zu nehmen, da ich der Meinung bin, Fliegen sei viel zu gefährlich“? Dennoch muss ich sagen, das Werk von Prof. Dr. Werner Mang ist nicht nur richtig gut geschrieben, sondern in seiner Authentizität auch echt verständlich.

Werner MangWie der Titel schon verrät, ist „Verlogene Schönheit – Vom falschen Glanz und eitlem Wahn“ eine Art Abrechnung, nicht mit dem Berufsfeld an sich, sondern mit allen Schattenseiten, die das Genre parat hält. Ob Brust-OPs, in denen die Körbchengröße von E auf F verändert wird oder Spritzen, die eine Füllung der Lippen auf Schlauchbootgröße bewirken, Mang verrät uns, was er über solche Veränderungen denkt. Keinesfalls prangert er seinen Beruf an, den er eigentlich für ein äußerst wichtigen hält. Schließlich sei die Schönheitschirurgie eine nützliche Methode, um körperlich und seelisch zu heilen. Doch eben jenen Schicki-Micki-Wahn der High Society sieht er als falsch an. Sich nur unter das Messer zu legen, um den natürlichen Alterungsprozess aufzuhalten, sei nach Ansicht des wohl erfolgreichsten deutschen Schönheitschirurgen vollkommen sinnlos und zeugt lediglich von übertriebener Eitelkeit und Doppelmoral. Interessante Worte von einem Mann, dessen Berufsfeld besonders durch die Einnahmen aus Operationen eben dieser Bevölkerungsgruppe sein tägliches Brot verdient.


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