Ein Makel, den wir immer mit uns herumtragen werden

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte ich mit einem Freund eine sehr unterhaltsame Diskussion über das jüdische Ehrenmal in Berlin. Es dauerte nicht lange und wir kamen auf das Thema Antisemitismus zu sprechen und debattierten eifrig über die Folgen, welche die Diktatur Adolf Hitlers noch heute für Menschen hat, die selbst 65 Jahre nach 1945 geboren sind und allein deren Großeltern vielleicht einige Jahre des Nationalsozialismus miterleben mussten. Wir befinden uns im Jahr 2010 und immer noch werden mit Deutschland und seinen Landesbewohnern Dinge verbunden, für welche die mittlerweile dritte Folgegeneration rein gar nichts kann. Dennoch werden auch in hundert Jahren noch Dinge über Deutschland gesagt und Dinge als deutsch bezeichnet, von denen sich die Masse längst distanziert hat.

Vor einigen Jahren kam „Der Untergang“, nach dem Roman von Joachim Fest, in die Kinos und erfreute sich auch großem internationalem Interesse. Fest zeigte den Mann, der für sämtliches Unheil zwischen 1933 und 1945 verantwortlich war, als eine gebrochene, eine schwächliche Figur, von der man sich, wenn man sie nicht hautnah erlebt hat, wohl nur schwer vorstellen konnte, dass sie Millionen Menschen für ihren Hass mobilisieren konnte. Zwar erhält die Rolle Hitler im Kinofilm auch ein Gesicht, das vom jahrelangen Krieg beansprucht wurde und Schauspieler Bruno Ganz setzt den lebensmüden Mann hervorragend um, allein das Buch zu lesen, zeigt aber schon das komplette Konstrukt Hitlers, der einst die Menschen durch seine Überzeugungskraft für sich gewann und sich später als gescheiterter Charakter der Verantwortung entzog.


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