Ein kranker Thriller als Zeichen einer Gesellschaft

American_Psycho-imagePatrick Bateman hat alles. Er wohnt im schönsten Viertel der Stadt, trägt maßgeschneiderte Anzüge und vergnügt sich auf den exklusivsten Partys mit den heißesten Frauen und dem besten Stoff, den es sich in die Nase zu ballern gilt. Als gewöhnlichen Snob der 80er Jahre stellt uns Bret Easton Ellis den „American Psycho“ vor. Es scheint als gäbe es nichts im Leben des Jungreichen, der es auf die große Bühne geschafft hat, an dem es zu zweifeln oder über das es sich zu beschweren gibt. Seine einzigen Probleme sind neue Visitenkarten der Kollegen, die auf noch tollerem Papier und in noch exklusiverer Schriftart gedruckt sind als die seinigen.

american psychoWer das denkt, sieht sich schon bald getäuscht, denn Bateman ist ein Monster, das fernab von seinem alltäglichen Beruf Menschen quält, sich an ihnen vergeht und selbst vor Mord nicht zurückschreckt. Es ist der alltägliche Kampf um den Status des Besten, der Bateman zur Bestie werden lässt. Er feiert wilde Sexorgien, in denen er über Prostituierte mit der Kettensäge herfällt oder tötet einen Geschäftskollegen nach einem ausgiebigen Essen mit der Axt zum Rhythmus von Phil Collins´ sanften Schlagzeughieben. Der Wahn des Kranken steigert sich im gleichnamigen Film, in dem er von Christian Bale äußerst authentisch verkörpert wird, wie auch im Verlauf des Werkes in ein Unermessliches. Geht er anfangs noch äußerst vorsichtig zu Werke, ballert er später auf offener Straße wild um sich. Nicht ganz klar wird jedoch, ob es sich bei den Gräueltaten um reale Gegebenheiten handelt und diese von der Gesellschaft verdrängt werden oder sie lediglich Batemans Phantasie entspringen. In jedem Fall handelt es sich bei „American Psycho“ aber um ein geniales Werk von Kultautor Ellis, das zeigen soll, wie schnell der unbedingte Wille in der Gesellschaft nicht zu versagen und Erfolg zu haben einen Menschen zerstören kann.


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