Eddie The Eagle – Unser Filmtipp

Eddie The EagleDie vier Jungs aus Jamaika, die als Bobteam bei dem Olympischen Spielen in Calgary 1988 für Furore sorgten, haben mit dem Film „Cool Runnings“ Legendenstatus erhalten. Die Kult-Komödie widmete sich ihrem beschwerlichen Weg und stellt das karibische Quartett stets als positive Traumverwirklicher dar. Ganz ähnlich geht Regisseur Dexter Fletcher auch mit der zweiten sonderbaren Überraschung der besagten Winterspiele um. In seinem Film „Eddie The Eagle – Alles ist möglich“ erzählt er die Geschichte von Michael Edwards, der als erster britischer Skispringer in die Historie einging und zum kurzzeitigen Werbe- und Medienstar aufstieg.

„Eddie The Eagle“ – Ein untalentierter Skispringer, der nichts sieht

1963 ist Michael Edwards (Taron Egerton) im britischen Cheltenham geboren. Noch im Kindesalter entwickelt er eine enorme Faszination für die Olympischen Spiele, hegt den Wunsch selbst mal beim größten Sportevent dabei zu sein. Er versucht es zunächst über Judo, Reitsport und im Volleyball – allesamt erfolglos. Zum Jahreswechsel 1985/86 verfolgt er die Vierschanzentournee und ist sofort vom Sport gefangen. Edwards trainiert sich fortan selbst, auf Hügeln im Südwesten Englands. Ohne finanzielle Unterstützung nimmt er an Veranstaltungen teil, reist viel umher, als einziger britischer Skispringer auf dem Erdball. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaft in Oberstdorf wird er mit Abstand Letzter, springt aber britischen Landesrekord.  Das beschert ihm die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Er bekommt fortan Unterstützung vom frühen US-Springer – auch nicht gerade die größte Skisprungnation – Bronson Peary (Hugh Jackman). Dieser fährt mittlerweile Pistenraupen, weiß aber durchaus noch, wie man mit den Skiern springt. Das will er Edwards vermitteln. Doch weil der spätere „Eddie The Eagle“ untrainiert, übergewichtig und auch nahezu blind ist, gestaltet sich das Unterfangen komisch und nahezu hoffnungslos.

„Eddie The Eagle“ wird zum Medienphänomen

Trotzdem und aus besagtem Grund reisen die beiden nach Calgary, um sich dort mit den Besten der Besten zu messen. Der Zuschauer des Sport-Biopics weiß schon vor dem Wettkampf, dass Edwards sowohl von der Groß- als auch von der Kleinschanze chancenlos ist. Darum geht es aber auch nicht. „Eddie The Eagle – Nichts ist unmöglich“ ist kein Fabelwerk, es ist ein Film über eine reale Lebensgeschichte, die in einigen Aspekten etwas erweitert wird, im Kern aber an dem Geschehenen orientiert. So sieht man Edwards kurz vor seinen Sprüngen beispielsweise die mauerdicken Gläser sein Brille putzen, weil diese durch das miese Wetter beschlagen. Natürlich wird er bei beiden Wettkämpfen Letzter. Dennoch aber bekommt er seine Bühne. Die Medien feiern ihn als „Eddie The Eagle“, die Fans stimmen darauf ein, preisen den Neuling im Springerensemble mit frenetischen Jubelarien. Das fängt Fletcher perfekt ein. Kameramann George Richmond („Ein Quantum Trost“) zeigt mit blendenden Aufnahmen, wie komplex und auch gefährlich der Sport ist. Vor allem aber profitiert „Eddie The Eagle“ vom Talent des Darstellers Taron Egerton, der es selbst neben einer Größe wie Hugh Jackman, dem die Rolle wie auf den Leib geschneidert ist, schafft zu glänzen.

 


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