DVD-Tipp – Heidi

filme.204916„Heidi, Heidi, deine Welt sind die Berge …“

Erst im Pfingsturlaub legte ich wieder mal eine Pause an der Autobahnraststätte „Heidiland“ an der Schweizer A13 ein. Gegen Einwurf von 5 Franken kann man dort das „Heidi– und Geissenpeterspiel“ starten und das bekannte Lied von Gitti & Erika schmettert aus den Lautsprechern. Der Song war Titellied der weltweit beliebten japanische Zeichentrickserie, die das Heidi-Bild bis heute bestimmt.

Heidi – Realverfilmung 2015

Die Anime-Serie war nicht die erste, aber sicherlich die bislang erfolgreichste Verfilmung der Heidi-Romane von Johanna Spyri. 2015 wagte sich der Schweizer Regisseur Alain Gsponer auf der Basis eines  Drehbuchs von Petra Volpe an eine neue Realverfilmung des Stoffs. Der Film sollte wieder näher an die Buchvorlage rücken und die zeitlose Geschichte ganz ursprünglich, ohne biederen Beigeschmack erzählen. Nix mit Holadihi, holadio. Die neue Heidi  ist zwar gewohnt knopfäugig und liebenswürdig, aber auch zerzaust und freiheitsliebend. Als das Waisenmädchen von ihrer Tante Dete zum menschenscheuen Großvater, dem Almöhi, abgeschoben wird, wickelt sie den mürrischen und wortkargen Alten schnell um den Finger. Auf seiner abgelegenen Hütte in den Schweizer Bergen verlebt sie beim Ziegenhüten mit dem Geißenpeter die glücklichsten Tage ihrer Kindheit, bevor die Tante sie wieder der gewohnten Umgebung entreißt und nach Frankfurt bringt, wo sie in der wohlhabenden Familie Sesemann eine Spielgefährtin für die im Rollstuhl sitzende Tochter Klara sein soll. Unter der Aufsicht des strengen Kindermädchens Fräulein Rottenmeier lernt sie lesen und schreiben. Obwohl sich Heidi mit Klara bald anfreundet, wird das Heimweh nach den geliebten Bergen und dem Almöhi immer stärker…

Heidi – ein Heimatfilm für die ganze Familie

Trotz der herrlichen Landschaftsaufnahmen im Film werden die Schweizer Alpen und das harte Leben der Bergbevölkerung nicht romantisiert. Der Kontrast mit dem Stadtleben in Frankfurt wird schroff herausgestellt, und wie in der literarischen Vorlage prallen hier zwei Welten aufeinander. Anuk Steffen ist als freiheitsliebende Heidi einfach wunderbar, und neben dem hervorragenden Bruno Ganz als verzotteltem Almöhi überzeugen auch die Nebendarsteller, wie etwa Peter Lohmeyer als Hausdiener Sebastian oder Hannelore Hoger als milde Großmutter. Mit Heidi ist Alain Gsponer eine frische Umsetzung des bekannten Stoffs gelungen, die man als schönen Heimatfilm für die ganze Familie empfehlen kann.


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter